Evakuierungsaktion für Zivilisten

Helfer empfangen weitere Gerettete aus Mariupol

Ukraine, Saporischschja: Vier Personen tragen ihre Habseligkeiten. (Archivbild)

Genf, Saporischja. Die Vereinten Nationen haben am Dienstag in der südukrainischen Großstadt Saporischschja weitere evakuierter Zivilisten empfangen. Viele Frauen und Kinder aus der weitgehend zerstörten Hafenstadt Mariupol seien in einem Auffangzentrum angekommen, erklärte Dorit Nizan, Funktionärin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Laut Rotem Kreuz handelt es sich um mehr als 100 Menschen, darunter mehrere Verletzte. Ein Teil der Flüchtlinge soll auf andere Regionen der Ukraine verteilt werden.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nun müssten die Menschen versorgt und betreut werden, teilte die WHO mit. Unter anderem müssten Unterernährte behandelt werden, schwangere Frauen bräuchten besondere Hilfe. Den Angaben zufolge waren am Samstag in Saporischschja medizinische Hilfsgüter eingetroffen.

+++ Alle aktuellen News zum Krieg in der Ukraine lesen Sie in unserem Liveblog. +++

Nizan: „Wir sind gut vorbereitet“

Nizan erklärte, die WHO, Helfer anderer UN-Organisationen und das Rote Kreuz rechneten vor Ankunft der Menschen damit, dass Evakuierte unter Verletzungen und Traumata litten. „Wir sind eingestellt auf Verbrennungen, Knochenbrüche, Wunden, Infektionen, Durchfall, Atemwegsinfektionen, Unterernährung und die Bedürfnisse schwangerer Frauen – wir sind gut vorbereitet“, sagte Nitzan.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

UN-Generalsekretär António Guterres hatte in der vergangenen Woche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Evakuierung von Zivilisten aus Mariupol vereinbart, vor allem aus dem Stahlwerk Azovstal. Erste Evakuierungen von Zivilisten hatten daraufhin begonnen.

Evakuierung bereits im Gange

In den vergangenen Tagen seien Menschen vor allem aus der Umgebung von Maiupol in Saporischschja eingetroffen. Sie seien in relativ guter Verfassung gewesen. In den Gesundheitsstationen seien überwiegend leichtere Probleme wie Blasen und Kopfschmerzen behandelt worden. Aber die psychische Verfassung der Menschen sei schwierig. „Viele haben geweint“, sagte Nitzan. Spezialisten hätten mit den Menschen erste Gespräche geführt. Viele seien von Verwandten abgeholt worden.

Nach Angaben aus der Ukraine harrten bis vergangene Woche etwa 1000 Zivilisten in dem Stahlwerk aus. Zudem hätten sich dort ukrainische Kämpfer verschanzt. Russland hat nach eigenen Angaben Mariupol weitgehend eingenommen.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Teenager in Odessa offenbar nach Raketenangriff gestorben

Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj soll ein 14-jähriger Junge in Odessa getötet worden sein.

Die Hilfsbereitschaft der Einwohner von Saporischschja sei enorm. Viele stünden bereit, um Menschen aufzunehmen, und viele seien als Freiwillige in den eingerichteten Empfangszentren aktiv, sagte Nitzan. Die WHO hat nach eigenen Angaben alle Krankenhäuser in der Umgebung mit medizinischem Material versorgt.

RND/ab/dpa/epd

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.