Zwei AKWs sollen in Notreserve

„Aufwand und Ertrag in keinem Verhältnis“: Expertin kritisiert Habecks Atomkraftwerke-Plan

Das Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern soll nach den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in den Streckbetrieb gehen.

Das Atomkraftwerk Isar 2 in Bayern soll nach den Plänen von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck in den Streckbetrieb gehen.

Berlin. Energie-Ökonomin Claudia Kemfert hält das Vorhalten von zwei deutschen AKW in einer sogenannten Notreserve für unnötig. „Die Energieversorgung in Deutschland ist gesichert, auch ohne Atomkraft“, sagte Kemfert der „Rheinischen Post“ (Mittwoch). Mögliche Versorgungsengpässe würden nicht durch das deutsche Netz, sondern vor allem durch marode Atomkraftwerke in Frankreich verursacht.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Energie-Ökonomin: „Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis“

„Atomkraftwerke sind für die Netzreserve ungeeignet, da sie nicht mal eben an- und ausgeschaltet werden können.“ Sie müssten sicherheitstechnisch überprüft werden, es müssten Personal und Brennelemente vorgehalten werden. „Dies ist aufwändig und teuer. Aufwand und Ertrag stehen in keinem Verhältnis.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Zur Sicherung der Versorgung seien der Ausbau der erneuerbaren Energien, ein effektives Energie- und Lastmanagement, der Ausbau von Speicheroptionen und vor allem eine Ausweitung der Kapazitäten in Frankreich und anderen europäischen Ländern elementar, so Kemfert.

Habeck will zwei Kraftwerke als Notreserve bereithalten

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hatte am Montag auf der Grundlage einer Untersuchung zur Stabilität der Stromversorgung (Stresstest) vorgeschlagen, die zwei süddeutschen Kraftwerke für den Fall von Engpässen noch bis Mitte April einsatzbereit zu halten: Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg.

Nach dem unter der früheren Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beschlossenen Atomausstieg sollten eigentlich alle deutschen Atomkraftwerke zum Jahresende endgültig vom Netz gehen. Habecks Nein zu einer generellen Laufzeitverlängerung für die drei verbliebenen Atomkraftwerke löste einen Koalitionskrach aus. Die FDP fordert einen längerfristigen Weiterbetrieb aller Kraftwerke, um die Strompreise zu drücken.

Problematisches Signal an europäische Partner?

Der Präsident des ifo-Instituts, Clemens Fuest, warnte vor einem deutschen Alleingang. Er sprach in der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch) von einem problematischen Signal an die europäischen Partner. „Wir haben einen gemeinsamen Strommarkt, und es gibt nicht nur ein nationales, sondern auch ein dringendes gesamteuropäisches Interesse daran, alle verfügbaren Kapazitäten zu nutzen.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen