Felix Klein begrüßt Ernennung der „SchUM“-Stätten in Speyer, Worms und Mainz zum Weltkulturerbe

Zahlreiche Grabsteine stehen auf dem Friedhof Heiliger Sand. Der älteste jüdische Friedhof Europas weist rund 2000 Gräber auf. Zum ersten Mal zeichnete die Unesco jüdisches Kulturgut in Deutschland als Welterbe aus, indem die begehrte Auszeichnung an die sogenannten „SchUM“-Stätten Mainz, Worms und Speyer als eine Wiege des europäischen Judentums ging.

Zahlreiche Grabsteine stehen auf dem Friedhof Heiliger Sand. Der älteste jüdische Friedhof Europas weist rund 2000 Gräber auf. Zum ersten Mal zeichnete die Unesco jüdisches Kulturgut in Deutschland als Welterbe aus, indem die begehrte Auszeichnung an die sogenannten „SchUM“-Stätten Mainz, Worms und Speyer als eine Wiege des europäischen Judentums ging.

Berlin. Der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, hat die Ernennung der „SchUM“-Stätten in Speyer, Worms und Mainz zum Unesco-Welterbe in Deutschland begrüßt. „Es ist ein wichtiges Signal, dass die Wiege des aschkenasischen Judentums in der Entscheidung des Welterbekomitees gewürdigt wurde“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die Ernennung verstehe ich auch als Einladung für ein erstmaliges Bekanntwerden oder eine erneuerte Auseinandersetzung mit den außergewöhnlichen Stätten in Speyer, Worms und Mainz, in denen sich Licht und Schatten der jüdischen Geschichte erfahren lassen.“

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Älteste jüdische Friedhöfe Europas in Mainz und Worms

Die auf die lateinische Bezeichnung zurückgehenden hebräischen Namen der Städte Speyer (Schpira), Worms (Warmaisa) und Mainz (Magenza) bilden das Akronym „SchUM“, das auch auf die Verbundenheit der Städte als gemeinsames Zentrum jüdischen Lebens in Deutschland verweist. In ihrer Blütezeit vom elften bis zum 14. Jahrhundert waren die „SchUM“-Städte nicht nur bedeutende Zentren jüdischer Gelehrsamkeit, sondern brachten stilprägende architektonische Zeugnisse hervor, zu denen auch die ältesten jüdischen Friedhöfe Europas in Mainz und Worms zählen. Zugleich waren sie von den ersten organisierten antijüdischen Pogromen am Vorabend der Kreuzzüge betroffen.

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Das mittelalterliche jüdische Erbe der „SchUM“-Gemeinden von Mainz, Worms und Speyer war zuvor als Weltkulturerbe anerkannt worden. Das Welterbekomitee der Unesco stimmte am Dienstag einem entsprechenden Antrag zu. Bestandteil der Welterbestätte sind die alten Friedhöfe in Mainz und Worms, die Wormser Synagoge und der Speyerer Judenhof mit seinem mittelalterlichen Ritualbad. Unmittelbar zuvor war bereits der Niedergermanische Limes in Deutschland und den Niederlanden in die Welterbeliste aufgenommen worden.

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