Verbrauchseinsparungen

Gasspeicherverband: „Deutschland wird gut durch Winter kommen“

Die Technik vom Astora Gasspeicher in Rehden. Die Betreiber der Erdgasspeicher gehen weiterhin davon aus, dass Deutschland den Winter ohne Gasknappheit gut überstehen kann. (Archivbild)

Die Technik vom Astora Gasspeicher in Rehden. Die Betreiber der Erdgasspeicher gehen weiterhin davon aus, dass Deutschland den Winter ohne Gasknappheit gut überstehen kann. (Archivbild)

Berlin/Bonn. Die Betreiber der Erdgasspeicher gehen weiterhin davon aus, dass Deutschland den Winter ohne Gasknappheit gut überstehen kann, solange keine extrem niedrigen Temperaturen auftreten. Die Wahrscheinlichkeit einer Gasmangelsituation sei aufgrund verstärkter Verbrauchseinsparungen weiter gesunken, berichtete der Speicherverband Initiative Energien Speichern (Ines) am Freitag in Berlin. Wenn die starken Verbrauchseinsparungen anhielten, „wird Deutschland gut durch den Winter kommen“, sagte Ines-Geschäftsführer Sebastian Bleschke.

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Der Einschätzung liegt die Fortschreibung eines Modells zugrunde, das unter anderem die als „normal“ bewerteten Temperaturen des Jahres 2016 annimmt. In einem anderen Szenario mit besonders kalten Temperaturen, wie sie 2010 auftraten, läge der Füllstand der Speicher Ende Februar bei null. Für Februar nimmt dieses Modell dann einen geringen Gasmangel an.

Gesamtkosten für LNG-Terminals bei fast zehn Milliarden Euro

In allen betrachteten Szenarien sei jedoch eine erneute umfangreiche Befüllung der Gasspeicher vor dem Winter 2023/24 möglich, betonte der Verband. „Dafür ist ein hohes LNG-Importaufkommen, vergleichbar mit dem Niveau des letzten Monats (November 2022), ausreichend“, hieß es weiter. Die Modelle setzen dabei die Inbetriebnahme mehrerer LNG-Terminals in Deutschland in diesem Winter voraus.

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Allerdings werden Anschaffung und der Unterhalt schwimmender Flüssiggas-Terminals für Deutschland noch teurer als gedacht. Wie eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums am Freitag in Berlin mitteilte, beläuft sich die Kostenschätzung bis zum Jahr 2038 mittlerweile auf insgesamt 9,7 Milliarden Euro. Zuletzt war von 6,56 Milliarden Euro die Rede. Die Sprecherin betonte allerdings, den Kosten stünden nach Inbetriebnahme der LNG-Terminals auch Einnahmen aus „Regasifizierungs-Entgelten“ gegenüber. Als Ersatz für russisches Pipeline-Gas setzt Deutschland derzeit auf per Schiff geliefertes Flüssigerdgas und baut für den Import gerade mehrere Terminals.

Bundesnetzagentur hält ihren Gassparappell weiter aufrecht

In dem Gasspeicherverband sind 14 Unternehmen vertreten, die insgesamt mehr als 90 Prozent der deutschen Gasspeicherkapazitäten repräsentieren. Derzeit sind die Speicher zu etwa 95,5 Prozent gefüllt, Tendenz abnehmend wie üblich im Winter. Die gespeicherte Menge entspricht etwa dem Erdgasverbrauch im Deutschland in den Monaten Januar und Februar 2022. Zu beachten ist, dass die Speicher auch bei hoher Nachfrage dem Markt nur den kleineren Teil des Gasaufkommens zur Verfügung stellen. Der größere Teil wird durch Pipeline-Importe sichergestellt, die derzeit vor allem aus Norwegen, den Niederlanden und Belgien kommen.

Trotz der gut gefüllten Speicher hält die Bundesnetzagentur ihren Gassparappell weiter aufrecht. In der vergangenen Woche lag der Gasverbrauch in Deutschland nach Angaben der Behörde zwar 13 Prozent unter dem durchschnittlichen Verbrauch der letzten vier Jahre. Das Sparziel von 20 Prozent sei damit jedoch deutlich verfehlt worden. „Wenn das ein Ausreißer bleibt - okay, stecken wir weg. Die Gasspeicher sind gut gefüllt“, sagte Behördenpräsident Klaus Müller am Freitag im ARD-„Morgenmagazin“. „Aber das sollte im Dezember, Januar, Februar wieder etwas besser werden.“

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Der Winter könne lange dauern. Die Speicher müssten für den folgenden Winter gefüllt werden, und eventuell müsse Deutschland im Notfall auch Nachbarländern aushelfen. Die Industrie müsse auf jeden Fall davor bewahrt werden, dass Gas rationiert werde. Seine dringende Bitte sei daher: „Lassen Sie uns nicht leichtfertig sein.“

RND/dpa

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