Green-Pass-Pflicht bei der Arbeit: Das befürchtete Chaos blieb in Italien aus

Sicherheitsbeamte kontrollieren die grünen Ausweise von Angestellten, Schaffnern und Kontrolleuren zu Beginn der Arbeitsschicht in Neapel, Italien.

Sicherheitsbeamte kontrollieren die grünen Ausweise von Angestellten, Schaffnern und Kontrolleuren zu Beginn der Arbeitsschicht in Neapel, Italien.

Rom. Von einem bevorstehenden „schwarzen Freitag“ war in den letzten Tagen oft die Rede gewesen, von Horden randalierender Impfgegner, welche die Innenstädte verwüsten könnten und von wilden Streiks, die das ganze Land blockieren. Am Ende war alles halb so wild: Zwar kam es in fast allen größeren Städten Italiens zu Protestaktionen und Kundgebungen, aber meistens haben nur wenige Dutzend oder wenige Hundert Personen daran teilgenommen.

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Auch in Triest, wo die Hafenarbeiter angedroht hatten, die Terminals zu blockieren, blieb es verhältnismäßig ruhig; der Hafenbetrieb konnte mit wenigen Einschränkungen aufrechterhalten bleiben. Ebenso wurde der öffentliche Nahverkehr in den Städten kaum beeinträchtigt, obwohl zum Beispiel bei den Verkehrsbetrieben Mailand 272 Angestellte über keinen Green Pass verfügen und deshalb entweder schon gar nicht zur Arbeit erschienen sind oder von ihren Vorgesetzten gleich wieder nach Hause geschickt wurden.

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Weitgehend reibungslose Feuertraufe des Green-Passes

Zwar mussten 4 Prozent der Züge gestrichen werden, „aber sonst haben wir einen regulären Betrieb“, ließ ein Sprecher der Mailänder Verkehrsbetriebe ausrichten. Auch in anderen Städten fielen einige Fahrten aus, ohne dass sich deswegen größere Probleme für die Pendler und Schüler ergaben.

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Die weitgehend reibungslose Feuertaufe des Green-Passes am Arbeitsplatz belegt einmal mehr: Die Maßnahme wird vom überwiegenden Teil der italienischen Bevölkerung mitgetragen, obwohl sie objektiv einschneidend ist.

„Wir können doch nicht die vielen Toten, die erzwungene Isolation im Lockdown, den Stillstand der Wirtschaft und die geschlossenen Schulen einfach so vergessen“, betonte der Hafenarbeiter Giuseppe Gucciardo in Livorno. Vor einem Jahr habe Italien wegen der zweiten Pandemiewelle fast vollständig stillgestanden – dass dies heute nicht mehr so ist, sei allein den Impfungen zu verdanken.

Ankündigung der Maßnahme zeigte Wirkung

Die Regierung von Mario Draghi will jedenfalls an ihrer konsequenten Linie festhalten – zumal diese in den letzten Tagen und Wochen die erhofften Resultate zeigte. Seit der Ankündigung der Maßnahme hat sich die Zahl der täglich verabreichten Impfdosen um 46 Prozent erhöht – 85 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahre haben inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten.

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Die Zahl der täglich durchgeführten Covid-Tests ist ebenfalls stark angestiegen, und so wurden in den letzten Tagen so viele Impfzertifikate heruntergeladen wie noch nie zuvor – allein am Mittwoch waren es 563.186.

Bei den Impf- und Testzentren kommt es zwar oft zu Wartezeiten, aber bisher reichen die Kapazitäten aus. Und sie werden, versichert die Regierung, auch in Zukunft ausreichen.

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