Griechischer Premier: „Die Klimakrise ist hier, und sie zeigt uns: Alles muss sich ändern“

Blick auf einen verbrannten Berg nach einem Waldbrand in der Nähe des Dorfes Agriovotano auf der Insel Euböa, etwa 181 Kilometer nördlich von Athen. Der griechische Ministerpräsident Mitsotakis erkennt die vernichtenden Waldbrände als Folge der Klimakrise an.

Blick auf einen verbrannten Berg nach einem Waldbrand in der Nähe des Dorfes Agriovotano auf der Insel Euböa, etwa 181 Kilometer nördlich von Athen. Der griechische Ministerpräsident Mitsotakis erkennt die vernichtenden Waldbrände als Folge der Klimakrise an.

Athen. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sieht die Klimakrise als Ursache der verheerenden Waldbrände, die das Land seit Tagen heimsuchen. „Wir befinden uns bereits am zehnten Tag einer nie dagewesenen Naturkatastrophe”, sagte Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Athen. Die Lage habe sich zum Glück etwas gebessert, „aber uns stehen mit Sicherheit schwere Tage bevor, bis die diesjährige Brandsaison hinter uns liegt”, warnte der Premier.

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Er sei sicher, dass in einigen Fällen Brandstiftung die Feuer auslöst habe. Das riesige Ausmaß der Brände sei aber eine Folge des Klimawandels. Das zeigten auch die Brände in anderen Ländern. Griechenland müsse sich darauf einstellen, dass es künftig häufiger solche „Megafeuer” geben werde, sagte Mitsotakis. „Die Klimakrise ist hier, und sie zeigt uns: Alles muss sich ändern, von der Ausrichtung der Wirtschaft bis zu unserer Energiepolitik”, sagte der Premier.

Mehr als 100.000 Hektar eingeäschert

Bei den Bränden in Griechenland sind nach ersten Schätzungen während der vergangenen zehn Tage mindestens 300 Gebäude abgebrannt. Weitere 1000 wurden beschädigt. Tausende Menschen sind obdachlos. Die Feuerstürme, die während der extremsten Hitzewelle seit Menschengedenken ausbrachen, haben nach der Auswertung von Satellitenbildern seit dem 29. Juli über 100.000 Hektar eingeäschert.

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Am größten sind die Schäden auf der Insel Euböa östlich von Athen. Dort vernichteten die Feuerstürme etwa 46.600 Hektar Wald, Olivenhaine, Weinberge und Feigenplantagen. Verheerende Brände wüteten in den vergangen Tagen auch im Norden der griechischen Hauptstadt Athen und auf der Halbinsel Peloponnes.

Mitsotakis: Effiziente ausländische Hilfe sei „bewegend“

Dort wurden die griechischen Löschmannschaften von Feuerwehren aus Frankreich und Deutschland unterstützt. Insgesamt helfen in Griechenland 23 Staaten mit Löschflugzeugen, Fahrzeugen und Feuerwehrleuten. Ministerpräsident Mitsotakis dankte den Ländern für die Unterstützung. Die schnelle und effiziente ausländische Hilfe sei „bewegend”.

Der Regierungschef ging auf die Kritik am Katastrophenmanagement seiner Regierung ein und kündigte eine Bestandsaufnahme an, sobald die Brände vollständig gelöscht sind. „Wir haben Menschenleben gerettet, aber wir haben Besitz und Wälder verloren”, sagte Mitsotakis und versprach: „Wir werden über alles sprechen: Wie wir vorbereitet waren, aber auch, welche Fehler gemacht wurden, was wir aus dieser Katastrophe gelernt haben und wie wir besser werden können.”

Unsere oberste Priorität ist, das Leben von Menschen und Tieren zu retten.

Kyriakos Mitsotakis,

griechischer Ministerpräsident

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Als Erfolg wertete Mitsotakis, dass bisher in den rund 600 Feuern, die in den vergangenen zehn Tagen ausbrachen, nur ein Mensch sein Leben verloren hat. Bei Athen wurde ein Brandhelfer von einem umstürzenden Strommast erschlagen. Mit frühzeitigen Evakuierungen sei es gelungen, Tausende Menschen in Sicherheit zu bringen.

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Jeden Tag seien die Feuerwehren mit rund 100 aktiven Bränden konfrontiert gewesen. „Unsere oberste Priorität ist, das Leben von Menschen und Tieren zu retten”, unterstrich der Premier. Danach komme der Schutz der Gebäude, der Infrastruktur und der Natur, sagte Mitsotakis.

Gewitter helfen bei Löscharbeiten

In den Brandgebieten entspannte sich die Lage am Donnerstag weiter. Die Brände im Norden Athens sind vollständig gelöscht. Nach der extremen Hitze der vergangenen Tage kam den Feuerwehren ein Wetterumschwung zu Hilfe: Über Euböa und der Halbinsel Peloponnes zogen Gewitter auf. Die Wolkenbrüche löschten vielerorts die Brandnester.

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Aber noch war die Gefahr nicht gebannt. In Arkadien auf dem Peloponnes fachte der Wind am Donnerstagnachmittag die Flammen neu an. Die Feuerwehren versuchten am Boden und aus der Luft, die Feuerfronten von bewohnten Gebieten fernzuhalten.

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