Grippesaison: Hausärzte raten zur Impfung

Ein Apotheker hält eine Spritze mit Grippeschutz­impfstoff in der Hand.

Ein Apotheker hält eine Spritze mit Grippeschutz­impfstoff in der Hand.

Berlin. Die Hausärzte haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich gegen Grippe impfen zu lassen. „In diesem Jahr ist die Grippeimpfung noch viel wichtiger als im vergangenen Jahr“, sagte die Landesvorsitzende des Hausärzte­verbandes Rheinland-Pfalz, Barbara Römer, am Freitag dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND). „Unser Immunsystem ist wegen der zahlreichen Corona-Schutzmaßnahmen nicht mehr so trainiert“, betonte sie. So sei im vergangenen Winter die Grippewelle ausgefallen.

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Doch die Bereitschaft, sich gegen die Grippe zu immunisieren, habe etwas nachgelassen, warnte Römer. „Letztes Jahr gab es eine riesige Kampagne, die die Menschen zum Impfen motiviert hat. Die gibt es jetzt nicht“, kritisierte sie. Dadurch würden die Menschen nicht mehr so proaktiv auf die Hausärztinnen und Hausärzte zukommen wie noch im vergangenen Jahr.

Grippeimpfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden

Stattdessen gebe es zwei Gruppen, berichtete die Medizinerin. „Die einen kommen aktiv in die Praxen, und für sie ist das ein großes Thema. Die zweite Gruppe hat genug von Impfungen und will sich jetzt nicht schon wieder impfen lassen“, sagte Römer. Es sei aber noch nicht klar, welche Gruppe größer sei.

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Die Grippeimpfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden, weil in jeder Influenzasaison andere Virusvarianten kursieren. Der Impfstoff wird daher jedes Mal neu angepasst. Derzeit wird die saisonale Influenza von A(H1N1)-, A(H3N2)-Viren und zwei Gruppen von Influenza-B-Viren verursacht. Von diesen vier Gruppen zirkulieren weltweit verschiedene Varianten. In der Regel gibt die Weltgesundheits­organisation (WHO) schon im Februar Empfehlungen für einen Impfstoff an die Hersteller weiter, damit sie genügend Zeit haben, bis zum Herbst den Impfstoff zu produzieren.

Grippeimpfstoff: Engpass wird nicht erwartet

In dieser Saison wird ein Großteil der Impfstoffe schon von September bis November ausgeliefert. Das ist früher als noch in der vergangenen Saison. „Wegen der anhaltenden pandemischen Lage ist es in diesem Herbst sinnvoll und notwendig, verstärkt auf die Bedeutung der Influenza­impfung hinzuweisen, um im Herbst und im Winterhalbjahr eine gleichzeitig hohe Krankheitslast durch Influenza und Covid-19 zu vermeiden“, erklärte ein Sprecher des Gesundheits­ministeriums. Er kündigte eine Kampagne zur Grippe­schutzimpfung im Herbst und Winter an. Dabei soll mit Großplakaten, Anzeigen und Broschüren zum Impfen aufgerufen werden.

Ausreichend Grippe­impfstoff wurde nach Angaben des Ministeriums­sprechers bestellt. „Wie in der letzten Influenzasaison hat das Bundesgesundheits­ministerium zusätzlich 6,85 Millionen Dosen Impfstoff beschafft, sodass insgesamt über 27 Millionen Dosen zur Verfügung stehen“, so der Sprecher. Mit Stand vom 5. September hat das Paul-Ehrlich-Institut bereits 13 Millionen Dosen freigegeben. Ein Engpass sei nicht zu erwarten.

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Gerade für die über 60-Jährigen wird die Grippeimpfung empfohlen. Die Stiko rät dieser Gruppe sogar zu einem Hochdosis­impfstoff. Das macht sie bereits seit dem Herbst 2019. Denn die Influenza ist eine häufige und potenziell schwer verlaufende Erkrankung. Gerade im Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab.

Dadurch wird man nicht nur anfälliger für Krankheiten, sondern auch der Impfstoff wirkt weniger gut. Der Hochdosis­impfstoff bietet für ältere Menschen eine leicht, aber signifikant erhöhte Wirksamkeit und verhindert damit eine relevante Anzahl an Infektionen. Auch schwere Verläufe werden dadurch unwahrscheinlicher.

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