Britische Regierungskrise

Kandidatur als Premierminister: Johnson hat offenbar die nötigen Stimmen

Boris Johnson, ehemaliger Premierminister von Großbritannien

Boris Johnson, ehemaliger Premierminister von Großbritannien

London. Der nach zahlreichen Skandalen aus dem Amt geschiedene britische Ex-Premierminister Boris Johnson soll Berichten zufolge genügend Rückhalt in seiner Fraktion für eine erneute Kandidatur haben. Sowohl die BBC als auch der Sender Sky News berichteten am Samstag übereinstimmend unter Berufung auf eine Johnson nahestehende Insider-Quelle, dieser habe die Schwelle von 100 Unterstützern zusammen und könne damit antreten. Dies unterscheidet sich allerdings deutlich von den Zählungen der BBC und weiterer Medien, die auf bislang erst rund 50 öffentliche Unterstützer für Johnson kommen.

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Offiziell hat der 58-Jährige jedoch seine Kandidatur noch gar nicht erklärt. Der Skandalpolitiker war am Samstag mit seiner Familie aus einem abgekürzten Karibikurlaub zurückgekehrt. Er hatte bislang nur Verbündete streuen lassen, er stehe bereit für eine Kandidatur.

Um ins Rennen für den Spitzenjob zu gehen, benötigen Kandidaten den Rückhalt von mindestens 100 Parlamentariern. Noch bis Montagnachmittag können Nominierungen eingehen. Schaffen mehr als zwei Kandidaten die nötige Schwelle, soll bei Abstimmungen in der Fraktion der Kreis verkleinert werden. Gibt es danach noch zwei Finalisten, kann die Parteibasis im Laufe der Woche in einem Online-Votum abstimmen. Die Entscheidung könnte auch schon früher als Freitag fallen, falls sich ein Kandidat freiwillig zurückzieht.

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Regierungskrise in Großbritannien: Wie geht es weiter?

Die Parteispitze der konservativen Tories hatte am Donnerstag bereits das innerparteiliche Auswahlverfahren vorgestellt.

Als Favorit gilt derzeit Ex-Finanzminister Rishi Sunak, der als erster möglicher Kandidat mehr als 100 konservative Abgeordnete hinter sich vereinen konnte. Auch er hatte jedoch bis Samstagnachmittag seine Kandidatur noch nicht offiziell gemacht. Außerdem ist noch die für Parlamentsfragen zuständige Ministerin Penny Mordaunt im Rennen.

Sie war am Freitag die Erste, die offiziell ihre Kandidatur ankündigte: Sie trete an, um das Land vereinen, Versprechen einzulösen und um „die nächsten Parlamentswahlen zu gewinnen“, schrieb sie auf Twitter.

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Eine weitere Amtszeit Johnsons ist innerhalb der eigenen Reihen höchst umstritten. Der 58-Jährige sei nicht der Richtige, um das Image der Partei wiederherzustellen, sagte der Tory-Abgeordnete Crispin Blunt am Freitag und erinnerte damit unter anderem an die Skandale um Lockdown-Partys. Der konservative Abgeordnete Roger Gale kündigte im Fall einer Rückkehr Johnsons seinen Austritt aus der Partei an. Ex-Kulturministerin Nadine Dorries, die als enge Vertraute des früheren Premierministers gilt, bezeichnete diesen hingegen als Siegertypen.

Auch der Minister für Wohnungswesen, Simon Clarke, sowie Wirtschaftsminister Jacob Rees-Mogg sprachen sich am Freitag öffentlich für den Ex-Premierminister aus. „Ich stehe hinter Boris“, schrieb Rees-Mogg auf Twitter und fügte der Nachricht den Hashtag „BORISorBUST“, „Boris oder verschwinden“, hinzu. Johnson polarisiert die Partei, wieder einmal. Zu den wichtigsten Unterstützern gehörte jedoch Verteidigungsminister Ben Wallace, der am Freitag klarmachte, dass er Johnson als Nachfolger zugeneigt sei.

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RND/dpa/Susanne Ebner

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