Polizei richtet sich auf Großeinsatz ein

Großdemonstration in Berlin: Iranische Oppositionelle protestieren in der Hauptstadt

Immer wieder hat es seit Mitte September in Deutschland Proteste gegen das Regime im Iran gegeben, wie zuletzt hier in Köln am vergangenen Samstag.

Immer wieder hat es seit Mitte September in Deutschland Proteste gegen das Regime im Iran gegeben, wie zuletzt hier in Köln am vergangenen Samstag.

Berlin. Mit einer Großdemonstration wollen iranische Regimegegner und Regimegegnerinnen am Samstag in Berlin die seit Wochen anhaltenden Proteste in ihrem Heimatland unterstützen. Die Organisatoren rechnen mit 20.000, die Polizei sogar mit bis zu 50.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen ab 15 Uhr an der Siegessäule. Unter dem Titel „Solidarität mit den Protestierenden im Iran“ hat das Kollektiv Woman Life Freedom die Demonstration angemeldet. Es muss mit Verkehrsbehinderungen gerechnet werden.

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Mitorganisator ist auch der iranische Sozialaktivist Hamed Esmaeilion, der beim Abschuss einer ukrainischen Passagiermaschine nahe Teheran im Januar 2020 seine Frau und sein Tochter verloren hat. Seither organisiert er inzwischen weltweit Demonstrationen gegen die totalitären Machthaber in der Islamischen Republik. Esmaeilion wird auch in Berlin als Redner erwartet.

Polizei erwartet bis zu 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer

„Die Zeit für die internationale Gemeinschaft ist gekommen, den Iranern zu helfen, sich von der Tyrannei des islamistischen Regimes zu befreien“, wird Esmaeilion in einer Mitteilung der Organisatoren zitiert. Die Proteste am Samstag in Berlin würden eine Botschaft in die Welt senden über das Regime, das Mahsa Amini ermordete, das Flugzeug mit der Nummer PS752 abschoss und damit 176 Menschen umbrachte sowie Zehntausende weitere Iraner und Iranerinnen foltern und töten ließ, heißt es weiter.

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Auslöser der systemkritischen Massenproteste im Iran war der Tod der 22 Jahre alten iranischen Kurdin Mahsa Amini Mitte September. Die Sittenpolizei hatte sie festgenommen, weil sie die Zwangsvorschriften für das Tragen eines Kopftuchs nicht eingehalten haben soll. Die Frau starb am 16. September in Polizeigewahrsam unter ungeklärten Umständen. Seit ihrem Tod demonstrieren landesweit Hunderttausende gegen das islamische Herrschaftssystem.

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„Unsere Geschwister im Iran dürsten nach ihren Grundrechten, den Menschenrechten“, schreibt die iranische Aktivistin Anahita vom Kollektiv Woman Life Freedom in einer Mitteilung zur Demonstration am Samstag in Berlin. Weiter heißt es dort mit Bezug auf die Demonstranten und Demonstrantinnen im Iran: „Wir stehen ihnen nicht nur solidarisch zur Seite, sondern kämpfen mit ihnen Schulter an Schulter, Hand in Hand.“

„Wir unterstützen die Demonstration und sind im Kontakt mit den Organisatorinnen“, sagte die Exil-Iranerin Parisa Khayamdar dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Sie gehört zur Organisation Feminista, die seit etwa zwei Wochen in einem Protestcamp vor der Parteizentrale der Grünen in Berlin ausharrt und ein Ende der politischen Verhandlungen mit dem Iran fordert.

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Organisatoren der Demo erwarten Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Europa

„Wir haben zugesagt, als Ordnerinnen und Ordner zu unterstützen und versuchen, Schlafplätze zu vermitteln an Protestierende, die nach Berlin anreisen“, sagte Khayamdar. Auch im Protestcamp könnten einige Personen unterkommen. „Wir werden anmelden, dass hier am Samstag mehr Menschen schlafen.“ Die Organisatoren und Organisatorinnen der Demo rechnen damit, dass Teilnehmer und Teilnehmerinnen aus dem ganzen Bundesgebiet und Europa anreisen.

Die Hauptstadtpolizei stellt sich auf einen Großeinsatz ein, denn die Iran-Demonstration ist nicht die einzige angemeldete Versammlung am Samstag. Nicht weit entfernt will ein Bündnis unter dem Motto „Solidarisch durch die Krise“ durch Berlin ziehen. Das Bündnis, zu dem unter anderem der Paritätische Gesamtverband und die Gewerkschaft Verdi gehören, demonstriert in Solidarität mit der Ukraine, fordert aber auch eine andere Sozialpolitik in Deutschland vor dem Hintergrund der Energiekrise. Die Organisatoren und Organisatorinnen dieser Kundgebung haben 20.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet.

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