Hamburgs Polizeipräsident twittert zu G-20

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer verrät in einer Twitterantwort indirekt den Ort der Unterbringung des US-Präsidenten.

Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer verrät in einer Twitterantwort indirekt den Ort der Unterbringung des US-Präsidenten.

Hamburg. Hamburgs Polizeipräsident Ralf Martin Meyer tippt schneller als sein Schatten. Nur wenige Minuten dauerte es jeweils, bis der oberste Schutzmann der Hansestadt die über den Nachrichtenkanal Twitter einlaufenden Fragen von Bürgern und Journalisten beantwortete. Die Polizei der Hansestadt hatte zum Twitter-Tag geladen – von morgens bis abends konnten Fragen gestellt werden, am Mittag saß der Chef persönlich an der Tastatur.

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Seine mit „RMM“ gekennzeichneten Antworten förderten Alltägliches genauso wie Überraschendes zu Tage. „Bleibt während des Gipfels meine Joggingstrecke um die Außenalster zum Laufen frei?“, fragt ein Hamburger. „Im Bereich der Schönen Aussicht könnte es zu kurzfristigen Sperrungen des Wanderwegs kommen“, lautet die Antwort. Interessant daran: Schöne Aussicht 26 ist die Adresse des Gästehauses des Senats – hier soll US-Präsident Trump unterkommen. Mit dem Bürgerhinweis hat die Polizei dies jetzt quasi bestätigt.

Keine Drohnen vom Secret Service

Eine Überraschung bot die Antwort Meyers auf die Frage des Reporters nach dem Drohneneinsatz des Secret Service, über den in den vergangenen Wochen viel spekuliert worden war. Laut Meyer dürfen auch Trumps Personenschützer keine Drohnen über Hamburg steuern: „Wir sind für den Einsatz verantwortlich und kontrollieren das Flugverbot für jeden. Das findet also nicht statt.“ Klare Ansagen gab es auch zur Frage nach der umstrittenen Demoverbotszone, die weite Teile des zentralen Stadtgebiets umfassen soll. „RMM“ rechnet mit einer gerichtlichen Auseinandersetzung über mehrere Instanzen „bis zum Bundesverfassungsgericht“.

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Sowohl der Polizeichef als auch seine Mitarbeiter blieben klar in der Sache und verbindlich im Ton, auch bei Provokationen und Scherzfragen. Zumindest in den sozialen Medien lässt das auf einen souveränen Umgang mit dem bevorstehenden Mammutereignis hoffen. Das Twitterteam wird in der Hansestadt auf 25 Leute aufgestockt, dazu kommt Hilfe von außen: Die Berliner Polizei etwa wird während der Hamburger Großdemos von ihrem eigenen Büro aus die sozialen Netzwerke im Blick haben und die Norddeutschen über Entwicklungen informieren, auf die reagiert werden muss. Auf der Straße aber könnte es ungemütlicher werden. Mit Blick auf nicht genehmigte Demonstrationen schreibt Meyer: „Wir reagieren auf das, was passiert. Ist eine Gruppe ansprechbar, wird nur gesprochen. Bei Gewalt muss konsequent gehandelt werden.“

„Sie müssen schnell Staatsoberhaupt werden“

Auf Kritik an den Sammelzellen in der extra eingerichteten Gefangenensammelstelle in einem ehemaligen Großmarkt in Harburg reagierten die Twitter-Polizisten so: „Die nationale Stelle zur Verhütung von Folter hat Standards entwickelt. Die wurden dort eins zu eins umgesetzt.“ Und dann war da noch die Scherzfrage, wie man als Normalbürger an eine Kolonnenfahrt „mit allem Tammtamm“ vom Flughafen Fuhlsbüttel in die Stadt bekäme. Die trockene Antwort der Twitterpolizei: „Sie müssen schnell noch Staatsoberhaupt werden, anders sehen wir da keine Möglichkeit.“

Von Jan Sternberg

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