Giftige Brandbombe

Im Osten der Ukraine: Russische Truppen sollen Phosphorbomben eingesetzt haben

Ukrainische Soldaten in Luhansk. Nur rund hundert Kilometer entfernt sollten russische Truppen eine Phosphorbombe abgeworfen haben.

Ukrainische Soldaten in Luhansk. Nur rund hundert Kilometer entfernt sollten russische Truppen eine Phosphorbombe abgeworfen haben.

Im Osten der Ukraine sollen russische Truppen nach Angaben des örtlichen Polizeivertreters Phosphorbomben eingesetzt haben. Wie Polizeichef Oleksij Bilotschyzky auf Facebook berichtet, seien die Bomben in der Ortschaft Pospana – rund hundert Kilometer westlich von Luhansk – in der Nacht zu Sonntag eingesetzt worden. Es gebe seiner Aussage nach „unbeschreibliches Leid“ und Brände.

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Die stellvertretende Außenministerin der Ukraine, Emina Dzheppar, teilte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter ein Bild, auf dem ein Lichterregen am dunklen Himmel zu sehen ist. „Eindringlinge setzten Phosphorbomben ein. Wenn es explodiert, verteilt es eine Substanz mit einer Verbrennungstemperatur von mehr als 800 Grad“, schrieb Dzheppar zu dem Foto.

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In einem Video, das der Leiter der Staatsanwaltschaft der Krim und der Stadt Sewastopol, Igor Ponochovnyi, auf Twitter gepostet hat, soll zu sehen sein wie die Phosphorbombe explodiert. „Russland setzt weiter systematisch verbotene Kriegsmethoden und Waffen ein“, sagte Ponochovnyi. Die Informationen konnten bisher nicht von unabhängigen Quellen bestätigt werden.

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Was ist eine Phosphorbombe?

Was im Video von Ponochovnyi aussieht wie ein Silvesterfeuerwerk, ist höchst gefährlich und tödlich. Die Bomben bestehen aus einem Gemisch aus weißem Phosphor und Kautschuk und werden als Brandbombe oder aber auch als Nebelkampfstoff eingesetzt. Die Flammen und der Rauch der Bombe können bis zu 1000 Grad heiß werden. Allein der Stoff an sich ist hochentzündlich. Laut chemie.de kann es bereits bei 34 Grad zur Selbstentzündung kommen.

Das Element ist für Menschen extrem gefährlich, da Phosphor zum einen sehr giftig ist. Nur 50 Milligramm des Stoffes reichen schon für die Vergiftung eines Erwachsenen, wobei der Tod in den meisten Fällen laut chemie.de erst fünf bis zehn Tage nach dem Kontakt eintritt. Zum anderen entstehen bei direktem Hautkontakt mit Phosphor und den Dämpfen starke Verbrennungen. Bei Phosphorbomben ist vor allem die Verbindung mit dem Kautschuk gefährlich. Durch die klebrige Konsistenz bleibt die Masse an der Haut haften und wird weiter verteilt. So entstehen Verbrennung dritten Grades, die sich bis auf die Knochen ausweiten können.

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Der Einsatz von Phosphorbomben und anderen Brandwaffen ist laut den Zusatzprotokollen des Genfer Abkommens seit 1977 verboten, wenn es dadurch zu Kollateralschäden kommen könnte – also Zivilistinnen und Zivilisten getroffen werden. Im Allgemeinen ist der Einsatz aber nicht verboten.

RND/ch

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