Auswertung des Institut für Weltwirtschaft

Datenanalyse zeigt: Selbst die angekündigten Waffen für die Ukraine reichen nicht

Ein durch Beschuss des russischen Militärs zerstörtes Wohnhauses in Charkiw.

Ein durch Beschuss des russischen Militärs zerstörtes Wohnhauses in Charkiw.

Kiel. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel registriert eine große Lücke zwischen zugesagter und tatsächlich geleisteter Unterstützung an die Ukraine. Damit bleibe die finanzielle und militärische Unterstützung deutlich hinter den Notwendigkeiten zurück, um die Situation in dem angegriffenen Land zu stabilisieren, teilte das IfW am Mittwoch in Kiel mit. Dies ergebe sich aus den Datenauswertungen für den aktuellen Ukraine Support Tracker.

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„Aufgrund der schweren Artillerieangriffe ist die Ukraine vor allem auf Raketenwerfer und Haubitzen angewiesen, um sich wehren zu können“, sagt IfW-Forschungsdirektor Christoph Trebesch. Nicht nur die gelieferten, sondern auch die zugesagten Waffen würden hier deutlich unter dem Bedarf liegen, den die Ukraine formuliert habe.

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„Finanzhilfen werden zu langsam ausgezahlt, um den Haushalt des Landes nachhaltig stabilisieren zu können“

Vom 8. Juni bis 1. Juli seien nur wenige neue Zusagen hinzugekommen, und sie fielen weniger umfangreich aus. Die größte neue Einzelzusage sei die militärische Unterstützung durch Großbritannien im Umfang von 1,5 Milliarden Euro.

Insgesamt sind laut IfW Hilfszusagen von 80,7 Milliarden Euro erfasst. „Die Finanzhilfen an die Ukraine werden nach wie vor zu langsam ausgezahlt, um den Haushalt des Landes nachhaltig stabilisieren zu können“, sagt Trebesch.

Wichtig wären vor allem Zuschüsse, die nach einem verlässlichen Zeitplan ausgezahlt würden. Nur dann sei der Regierung in Kiew eine Haushaltsplanung möglich. Dabei fokussieren sich die internationalen Geberkonferenzen zunehmend auf Wiederaufbauprogramme für die Ukraine.

„Die sind zwar wichtig, zunächst muss das Land aber der aktuellen Notsituation begegnen“, so Trebesch. Insbesondere die Europäische Union sollte ein zentrales Planungsbüro für die Unterstützung der Ukraine einrichten, um die Zusagen für die Ukraine verlässlich zu koordinieren.

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Der Ukraine Support Tracker des IfW erfasst und quantifiziert militärische, finanzielle und humanitäre Hilfen, die der Ukraine seit dem 24. Januar zugesagt wurden. In der aktuellen Auswertung sind Zusagen bis zum 1. Juli erfasst.

Berücksichtigt sind 37 Länder, spezifisch die EU-Staaten, die weiteren Mitglieder der G7, Hilfszusagen der EU-Kommission und der Europäischen Investitionsbank sowie Australien, Südkorea, Türkei, Norwegen, Neuseeland und die Schweiz. Private Spenden oder internationale Organisationen sind nicht enthalten.

RND/epd

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