Wochenlange Demonstrationen gegen das Regime

Iranischer General räumt erstmals mindestens 300 Tote bei Protesten ein

Bei einer Demonstration in Istanbul als Zeichen der Solidarität mit den Menschen im Iran protestiert eine Frau mit geschminktem Gesicht und einem Strick um den Hals.

Bei einer Demonstration in Istanbul als Zeichen der Solidarität mit den Menschen im Iran protestiert eine Frau mit geschminktem Gesicht und einem Strick um den Hals.

Teheran. Erstmals hat ein iranischer General im Zusammenhang mit den anhaltenden systemkritischen Protesten in dem Land von vielen Todesopfern gesprochen. General Amir-Ali Hadschisadeh, der Kommandeur der Luft- und Raumfahrtabteilung der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), sprach in einer Rede von mindestens 300 Toten, wie ein Video des Onlineportals Tabnak am Dienstag zeigte.

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Er erwähnte dabei auch Märtyrer - gemeint sind damit getötete Sicherheitskräfte und Polizisten. Die Revolutionsgarden sind im Iran die Eliteeinheit der Streitkräfte und wichtiger als das klassische Militär.

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Die Verwandte des iranischen geistlichen Oberhaupts wurde offenbar bereits vor Veröffentlichung des Videos verhaftet.

Menschenrechtler gehen von mindestens 450 toten Demonstrierenden aus

Bisher hatten vor allem Menschenrechtler die Zahl der Todesopfer dokumentiert. Die in den USA ansässige Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) etwa ging in einer jüngsten Schätzung infolge der Niederschlagung der Proteste von mindestens 450 getöteten Demonstranten aus, darunter sollen auch 64 Kinder sein. Außerdem sollen 60 Sicherheitskräfte ums Leben gekommen sein.

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Kommandeur Hadschisadeh machte erneut Irans Feinde für die Proteste verantwortlich. Neben den USA nannte er auch Deutschland und Frankreich. Bereits in den vergangenen Wochen hatten Militär und Politik die Schuld auf das Ausland geschoben. Beobachter sehen darin den Versuch, von den eigentlichen Ursachen der Proteste abzulenken.

Auslöser der Massenproteste gegen das System der Islamischen Republik war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Sie starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verhaftet worden war.

RND/dpa

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