IS-Handzeichen am Flughafen Düsseldorf

Polizeigewerkschafter Roßkopf: Sicherheitsüberprüfungen an Flughäfen streng genug

Zwei Polizeibeamte im Flughafen Düsseldorf (Symbolbild).

Zwei Polizeibeamte im Flughafen Düsseldorf (Symbolbild).

Berlin. Der Bundespolizeigewerkschafter Andreas Roßkopf hält die bisherigen Sicherheitsüberprüfungen von Flughafenmitarbeitenden für ausreichend streng. Das sagte der Vorsitzende des Bezirks Bundespolizei und Zoll der Gewerkschaft der Polizei (GdP) dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Zuvor hatte ein Video auf der Plattform Tiktok für Aufsehen gesorgt, das drei Mitarbeiter auf einem Rollfeld des Düsseldorfer Flughafens mit zu einem islamistischen Handzeichen erhobenen Fingern zeigt.

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„Die Sicherheitsüberprüfungen nach dem Luftsicherheitsgesetz sind streng genug. Sie werden von den zuständigen Behörden nach klaren Vorgaben und sehr genau durchgeführt“, sagte er. Dabei würden alle relevanten Systeme der Polizei und Justiz abgefragt, aber auch der Nachrichtendienste.

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Roßkopf: Vollständige Sicherheitsgarantie könne es nicht geben

„Hätte man dabei Erkenntnisse erlangt, dass diese Personen bereits in irgendeiner Form gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung auffällig geworden sind, hätten sie diese Tätigkeit nie ausüben können.“ Eine vollständige Garantie, dass überprüfte Mitarbeitende in ihren Köpfen nicht doch extremistischen Ideologien anhängen, könne es allerdings nicht geben.

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Roßkopf sprach sich jedoch dafür aus, die Sicherheitsüberprüfungen häufiger zu wiederholen. „Sie gelten immer für maximal fünf Jahre und müssen dann erneut durchgeführt werden. Diese Zeitabstände sollten verkürzt werden“, sagte Roßkopf.

Den drei in dem Internetvideo zu sehenden Flughafenmitarbeitern wurde bis zum Abschluss der nun eingeleiteten Ermittlungen die Zutrittsberechtigung zum Sicherheitsbereich des Flughafens entzogen, wie ein Flughafensprecher dem RND mitteilte. Demnach handelt es sich bei den Männern um Beschäftigte eines am Flughafen tätigen Dienstleisters.

Tatsächlich islamistischer Hintergrund oder „Dummheit und Naivität“

Es müsse jetzt festgestellt werden, ob es tatsächlich einen islamistischen Hintergrund gebe, „oder ob diese Zeichen aus Dummheit und Naivität gemacht wurden“, sagte der Polizeigewerkschafter dem RND. „Selbst wenn die drei Mitarbeiter keinen islamistischen Hintergrund haben, ist das schnelle und entschiedene Handeln des Flughafens und der Polizei wichtig“, sagte Roßkopf. Solche Symbole könnten für Angst bei Fluggästen sorgen und sogar eine Panik an Bord eines Flugzeugs auslösen.

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Die Videoaufnahmen, die die jetzigen Ermittlungen ins Rollen gebrachte haben, waren bereits Ende Juni auf der Videoplattform Tiktok hochgeladen worden und liegen dem RND im Original vor. Sie wurden offenbar von einem Fluggast durch das Fenster eines stehenden Flugzeugs aufgenommen. In dem Video sind zunächst zwei der drei jungen Männer dabei zu sehen, wie sie herumtollen und im Spiel miteinander boxen. Anschließend ist ein Foto aller drei Männer mit erhobenen Zeigefingern eingeblendet. Dieses ursprünglich islamische, aber nicht unbedingt islamistische Handzeichen wurde in den vergangenen Jahren zunehmend zu einem Symbol der Terrormiliz IS. Auch der Breitscheidplatz-Attentäter Anis Amri zeigte das Symbol nach seiner Tat vor einer Überwachungskamera in Berlin.

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