Japan verlegt Raketenabwehr in den Westen

Das sogenannte PAC-3-Abwehrsystem steht vor dem japanischen Verteidigungsministerium in Tokio bereit.

Das sogenannte PAC-3-Abwehrsystem steht vor dem japanischen Verteidigungsministerium in Tokio bereit.

Tokio. Angesichts von Drohungen aus Nordkorea hat Japan damit begonnen, Raketenabfangsysteme in vier westlich gelegene Präfekturen zu bringen. Wie das japanische Verteidigungsministerium am Freitag mitteilte, werden die bodengestützten Flugabwehrraketensysteme in Hiroshima, Kochi, Shimane und Ehime stationiert.

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Japan reagiert auf nordkoreanische Drohungen in Richtung der USA

Mit der Entsendung will Japan vor allem auf das Risiko reagieren, dass Teile von vorbeifliegenden Raketen in seinem Territorium herunterfallen könnten. Am Donnerstag hatte Nordkoreas Militär detaillierte Pläne zum Abschuss von vier Raketen in Richtung des US-Außengebiets Guam im Westpazifik vorgelegt, die Staatschef Kim Jong Un innerhalb einer Woche übermittelt werden sollten. Die Raketen würden über den Westen Japans fliegen.

Die vier PAC-3-Systeme werden vom Osten Japans herübergebracht, da sich die Raketenabwehr weitgehend rund um Tokio zentriert. Sie sollen am Samstagmorgen in den vier Präfekturen ankommen.

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Japan vollzog Wende in Militärpolitik vor zwei Jahren

Japan selbst hatte vor zwei Jahre eine historische Wende in seiner Verteidigungspolitik vollzogen. Das Parlament hatte im September 2015 ein außenpolitisches Projekt des konservativen Regierungschefs Shinzo Abe beschlossen, nachdem die bis dato nur national tätigen „Selbstverteidigungsstreitkräfte“ künftig auch im Ausland eingesetzt werden können. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verfolgte der Inselstaat eine pazifistische Doktrin und hatte diese auch in der Verfassung verankert. Das Parlament bekräftigte damit den Wunsch Abes, in Zukunft wirtschaftlich wie militärisch ein Gegenwicht zum Konkurrenten aus China zu bilden.

Von RND/dpa

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