Priester verteidigt Straßenblockaden für Klimaprotest

Klimaprotest: Jesuitenpater lobt Straßenblockaden – und ist bereit, ins Gefängnis zu gehen

Jesuit und Priester Jörg Alt hat sich bei einer Blockade in München auf der Straße festgeklebt.

Jesuit und Priester Jörg Alt hat sich bei einer Blockade in München auf der Straße festgeklebt.

Berlin. Der Jesuitenpater und katholische Priester Jörg Alt lobt die Protestaktionen der radikalen Klimaschützerinnen und Klimaschützer der Letzten Generation. Dem Redaktions­Netzwerk Deutschland (RND) sagte der 61‑Jährige: „Ich bewundere diese Leute unendlich für ihren Mut und ihre Selbstlosigkeit. Sie haben’s richtig gemacht, weil diese Straßenblockaden sich dem Auto in den Weg stellen, dem Symbol für unser fossiles Weiter-so. Das hat die Diskussion hervorgerufen, die wir brauchen und die es geschafft hat, trotz Corona, Ukraine-Krieg und allen anderen Sachen, die auch wichtig sind, das Klimathema wieder auf die Top-Agenda zu schieben.“

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Mehrheit der Deutschen verurteilt Proteste der Letzten Generation

Ein CDU-Politiker sieht die Gruppe sogar als Fall für den Verfassungsschutz.

Auch Alt selbst hat bereits in Nürnberg und München an Straßenblockaden teilgenommen. Gegen ihn laufen mehrere Ermittlungsverfahren. Dem RND sagte er: „Ich möchte die Bühne des Gerichtssaals, weil ich denke, letzten Endes ist das, was wir tun, durch den in Paragraf 34 Strafgesetzbuch enthaltenen rechtfertigenden Notstand abgedeckt, was heute erstmals von einem Gericht als Grundlage für einen Freispruch anerkannt wurde. Und ich suche meinerseits den Gerichtssaal und den Richter, dem ich das erklären kann.“

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Er sei auch bereit, für seine Aktionen ins Gefängnis zu gehen, sagte Alt dem RND: „Ich würde lieber woanders hingehen als in den Knast. Aber wenn Gesellschaft und Politik mich lieber wegsperren, als auf mich zu hören, dann gehe ich auch ins Gefängnis.“

Letzte Generation: Wie radikal wird der Protest noch?

Sind die Aktionen der Letzten Generation und anderer Bewegungen legitim? Und wie radikal könnten sie noch werden?

Seit 2019 war Alt im Umfeld der Klimaschutz­bewegung Fridays for Future aktiv. Deren etablierte Protestformen reichten nicht mehr aus, sagte er dem RND. Fridays for Future zerfalle gerade in drei Teile, meinte Alt. „Ein Teil resigniert und wird krank und depressiv, weil sie sagen: Mein Engagement war umsonst. Die zweite Gruppe ist nach wie vor bereit, zu demonstrieren und zu argumentieren. Und der dritte Teil denkt eben auch über radikalere Ansätze des Protests nach. Wir müssen die Gewissens­entscheidungen der verschiedenen Akteure respektieren. Aber wir müssen schauen, dass wir uns nicht auseinander­dividieren lassen, sondern bestmöglich ergänzen.“

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