Klingbeil ruft Bevölkerung zu Kontaktbeschränkungen über Weihnachten auf

Lars Klingbeil, Vorsitzender der SPD, sagt, die neue Omikron-Variante werde uns jetzt alle noch mal stark fordern.

Lars Klingbeil, Vorsitzender der SPD, sagt, die neue Omikron-Variante werde uns jetzt alle noch mal stark fordern.

Berlin. SPD-Chef Lars Klingbeil hat die Bürgerinnen und Bürger angesichts der bedrohlichen Omikron-Variante des Coronavirus dazu aufgerufen, ihre Kontakte an den Weihnachtsfeiertagen freiwillig zu reduzieren. „Ich weiß, wie schwer es jedem fällt, sich im zweiten Jahr der Pandemie wieder einzuschränken. Auch ich habe mich wahnsinnig darauf gefreut, nach einem solchen Jahr Freunde und Familie zu sehen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Aber die neue Omikron-Variante wird uns jetzt alle noch mal stark fordern.“

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Klingbeil fügte hinzu: „Auch Geimpfte müssen ihre Kontakte reduzieren – das machen viele ja jetzt schon, auch wenn die neuen Regeln erst in ein paar Tagen gelten.“ Bund und Länder hatten am Dienstag Kontaktbeschränkungen auf zehn Personen bei privaten Treffen erst für den 28. Dezember beschlossen. Einzelne Bundesländer ziehen das bereits um einige Tage vor.

Der SPD-Vorsitzende betonte: „Ich verstehe, dass jeder erschöpft ist. Auch mir geht es manchmal so. Aber wir müssen erkennen, dass wir jetzt erst mal im Krisenmodus bleiben.“ Zu seinen eigenen Plänen sagte er: „Ich fahre zu meinen Eltern und Schwiegereltern, aber die geplante Fernreise in die Sonne und das traditionelle Treffen mit den Schulfreunden sind gecancelt.“

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Klingbeil: „Ausschließen einer Impfpflicht war ein Fehler“

Klingbeil bezeichnete zudem das Ausschließen einer Impfpflicht zu Beginn der Corona-Impfkampagne als Fehler. „Auch ich persönlich habe das getan“, sagte der SPD-Chef dem RND. Er habe geglaubt, dass sich sehr viel mehr Menschen impfen lassen werden, als es bis heute tatsächlich der Fall ist. „Ich habe deshalb immer sehr überzeugt gesagt, es wird keine Impfpflicht kommen. Das war ein Fehler. Aber ich finde es wichtig, dass Politik auch dazulernen darf.“

Politiker müssten aus den Erfahrungen der vergangenen Monate erkennen, dass definitive Aussagen niemandem etwas nützten: „Das schafft nur Enttäuschung, wenn Luftschlösser zerplatzen.“

Klingbeil rief eindringlich dazu auf, sich impfen und boostern zu lassen. Würde die Impfquote von derzeit 70 Prozent in Deutschland schlagartig auf 95 Prozent steigen, wäre die geplante Einführung einer Impfpflicht nicht nötig, sagte er. „Das sehe ich aktuell aber nicht.“ Der SPD-Vorsitzende mahnte: „Ich möchte nicht noch einmal einen solchen Winter erleben, dass die Gesellschaft einen solch harten Rückschlag erlebt wie jetzt Weihnachten 2021.“

Klingbeil traut Kühnert noch viel zu

Die Parteikarriere von Kevin Kühnert nach dessen Wahl zum Generalsekretär sieht Klingbeil als noch nicht beendet an. „Zuallererst bin ich überzeugt, dass Kevin Kühnert ein sehr guter Generalsekretär wird“, sagte er dem RND. „Danach gilt, wie ich ja selbst festgestellt habe: Wenn man den Generalsekretärsjob gut macht, öffnen sich neue Türen.“

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Seine Co-Vorsitzende Saskia Esken und er seien der festen Überzeugung, dass Kühnert der SPD an dieser Stelle wahnsinnig helfen kann: „Er ist der Richtige, um die Partei weiter zu modernisieren, mehr junge Menschen anzusprechen – und auch, um in die Kommunikation noch mal neuen Schwung reinzubringen.“

Konflikte mit Kühnert seien nicht ausgeschlossen, auch wenn er mit ihm befreundet sei. „Natürlich kann es in den neuen Rollen auch zu Konflikten zwischen uns kommen“, sagte Klingbeil. „Das wird unserer Freundschaft aber nicht schaden, weil wir beide einen ähnlichen Politikstil pflegen. Wir sagen uns alles, tun das aber nie öffentlich.“

Das gesamte Interview mit Lars Klingbeil lesen Sie hier.

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