Kommentar zum Parteitag

CDU stimmt für Frauenquote – eine kluge Entscheidung

Abstimmung zur Frauenquote im Rahmen des 35. CDU-Parteitags in der Messe Hannover.

Abstimmung zur Frauenquote im Rahmen des 35. CDU-Parteitags in der Messe Hannover.

Die CDU hat am Freitagabend die einzig richtige Entscheidung getroffen. Der Kompromissvorschlag von Parteichef Friedrich Merz zur Frauenquote kann der Partei dabei helfen, mehr Politikerinnen in Machtpositionen zu heben. In den letzten Jahrzehnten hat sie es nicht geschafft, weiblicher und damit auch erfolgreicher zu werden. Doch wenn die Partei den Erneuerungsprozess ernst meint und auch in Zukunft mehrheitstauglich sein will, muss sie diverser werden.

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Die CDU hat ein massives Problem, was Gleichberechtigung in der Partei angeht. Der Frauenanteil beträgt nur 25 Prozent. Kein einziger Landesverband wird von einer Frau geführt – das ist einer Volkspartei unwürdig. Parteien wie die Grünen und die SPD haben mit Frauenquoten gute Erfahrungen gemacht, auch wenn das einige Christdemokratinnen und -demokraten nicht hören wollen.

dpatopbilder - 04.09.2022, Berlin: Friedrich Merz, CDU-Bundesvorsitzender und Unions-Fraktionsvorsitzender, lächelt, als er beim Sommerinterview des ARD-«Berichts aus Berlin» auf der Terrasse des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses spricht. Foto: Christoph Soeder/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

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Die Debatte um die Frauenquote am Freitagabend mit insgesamt 34 Wortmeldungen war auf sehr niedrigem Niveau gestartet. Statt faktenbasiert zu argumentieren, diskutierten viele Delegierte vor allem anhand ihrer eigenen Biografie. Am Ende warfen sich frühere Ministerinnen und der Parteichef selbst für die Frauenquote ins Zeug.

Unter dem Strich hat die CDU die Frauenquote mit dieser langwierigen Debatte zu einem Kulturkampfthema stilisiert, das es nicht ist. Das gilt insbesondere für einen Kompromissvorschlag, der einen schrittweisen Frauenanteil von bis zu 50 Prozent vorsieht und nur auf wenige Jahre befristet ist. In Zeiten eines Krieges in Europa und einer Energiekrise, die die Menschen an ihre finanziellen und emotionalen Grenzen bringt, ist die Nabelschau einer Partei grundsätzlich ein schwieriges Signal.

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Merz, der gestärkt aus dieser Abstimmung hervorgeht, muss nun die Umsetzung voranbringen. Der CDU-Vorsitzende muss auch dafür sorgen, dass genügend Frauen sich aufstellen lassen wollen. Die Frauenquote darf jetzt nicht zum Rohrkrepierer werden.

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