Ergebnisse der unter 30-Jährigen

Landtagswahl NRW: Für wen stimmten die jungen Wähler?

Auszählung der Wahlergebnisse in Münster: Junge Menschen stimmten in Nordrhein-Westfalen vor allem für die Grünen.

Auszählung der Wahlergebnisse in Münster: Junge Menschen stimmten in Nordrhein-Westfalen vor allem für die Grünen.

Berlin. Die Grünen haben die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bei den jungen Wählerinnen und Wählern klar gewonnen. Wenn also nur die Altersgruppe der unter 30-Jährigen zur Wahl gegangen wäre, hieße das vertauschte Rollen für die anstehenden schwarz-grünen Sondierungsgespräche in Düsseldorf. Die einstigen Volksparteien CDU und SPD verloren die Wahl bei den Jungen beide deutlich.

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Die Identifikation mit einer bestimmten Partei bei jungen Menschen ist laut dem Politikwissenschaftler Volker Kronenberg deutlich geringer ausgeprägt als bei den Älteren. Jung- und vor allem Erstwähler seien experimentierfreudiger als ältere. „Das ging in den letzten Jahren immer wieder zu Lasten der Volksparteien, die sich seit geraumer Zeit mit der Ansprache junger Menschen schwertun“, sagte Kronenberg dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

NRW-Wahl: SPD knapp vor CDU bei Jungwählerinnen und -wählern

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Die SPD liegt bei den unter 30-Jährigen noch knapp vor der CDU. Dennoch verlor sie im Vergleich zur Wahl 2017 6 Prozentpunkte, die Union büßte fünf ein. Diese Schwäche zeigte sich auch schon bei der Bundestagswahl im September. Dabei wählten nur 17 Prozent der unter 25-Jährigen in Nordrhein-Westfalen die SPD, die CDU erhielt sogar nur 11 Prozent.

Dem Anspruch, als Volkspartei die gesamte Gesellschaft anzusprechen und Wahlergebnisse jenseits von 30 Prozent zu erzielen, werden also sowohl Christ- als auch Sozialdemokraten schon länger nicht mehr gerecht. Bei verschiedenen Landtagswahlen in den letzten Jahren stürzte die jeweils unterlegene der beiden Parteien regelmäßig in ungekannte Tiefen.

NRW-Wahl: Grüne und FDP setzen Bundestrend fort

Die Grünen konnten auch bei den jungen Menschen ihr Ergebnis mehr als verdoppeln. Sie halten damit den Zuspruch, den die Ökopartei bei der Bundestagswahl 2021 in Nordrhein-Westfalen in dieser Altersgruppe erhielt. Kronenberg zufolge ist das maßgeblich der gestiegenen Relevanz des Klimawandels als Wahlkampfthema zuzurechnen.

NRW: Grüne legen sich bei Koalitionsfrage nicht fest

Die Grünen haben die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen bei den jungen Wählerinnen und Wählern klar gewonnen. Insgesamt liegt allerdings die CDU vorne.

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Auch die FDP bekommt bei den Jungen deutlich mehr Zustimmung als in den höheren Altersgruppen. Sie konnte die 13 Prozent der unter 30-Jährigen der Landtagswahl 2017 nahezu halten. Politikwissenschaftler Kronenberg weist drauf hin, dass die Liberalen hier prozentual mehr als doppelt so viel wie in der Gesamtwählerschaft holten – „ein Trend, den wir auch schon bei der Bundestagswahl beobachten konnten“, so der Bonner Professor.

Zur Bundestagswahl im September konnten die Liberalen allerdings noch fast 20 Prozent der jungen Wählerinnen und Wähler in Nordrhein-Westfalen für sich mobilisieren. Bundesweit waren die Zahlen damals ähnlich gut.

Wahlplakate mit Portraits der Spitzenkandidaten von CDU, Ministerpräsident Hendrik Wüst (oben) und SPD, Thomas Kutschaty (unten), hängen an einem Laternenpfahl in Köln.

Wüst gegen Kutschaty: ein Duell mit Auswirkungen für ganz Deutschland

Hendrik Wüst (CDU) ist seit rund einem halben Jahr Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen, Thomas Kutschaty (SPD) will ihn ablösen. Davon, wer sich durchsetzt, hängt auch für die Bundesparteien einiges ab. Unterwegs zwischen Düsseldorf und Münsterland mit den beiden Spitzenkandidaten. Eine Reportage.

Die deutlichen Unterschiede zwischen der Altersgruppe der unter 30-Jährigen und dem Gesamtergebnis zeigen aber auch die Relevanz der älteren Wählerschichten, bei denen die Wahlbeteiligung erfahrungsgemäß am höchsten ist. Hinzu kommt, dass die Alterskohorten in den älteren Jahrgängen deutlich stärker besetzt sind. Kronenberg sagt dazu: „In einer zunehmend alternden Republik sind die Generationen jenseits der 50 die ‚Königsmacher‘. Ohne sie ist keine Wahl zu gewinnen.“

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