Nach Medienbericht

Linksjugend: weitere Betroffene sexueller Übergriffe in hessischer Linkspartei

Am Freitag sind durch einen Medienbericht Vorwürfe sexualisierter Gewalt innerhalb der hessischen Linkspartei öffentlich geworden.

Am Freitag sind durch einen Medienbericht Vorwürfe sexualisierter Gewalt innerhalb der hessischen Linkspartei öffentlich geworden.

Berlin/Wiesbaden. Nach dem Bekanntwerden von Vorwürfen sexueller Übergriffe bei den hessischen Linken haben sich weitere mutmaßlich Betroffene an die mit der Partei verbundene Linksjugend Solid gewendet. Solid-Bundessprecherin Sarah Dubiel sprach am Sonntag auf Anfrage von mehr als 20 weiteren Betroffenen aus mehreren Landesverbänden. Über die weiteren mutmaßlichen Fälle hatte zuvor „Spiegel Online“ berichtet.

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„Der Spiegel“ hatte am Freitag mutmaßliche Fälle von sexualisierter Gewalt in der hessischen Linkspartei öffentlich gemacht. Es gebe verschiedene Dokumente mit Hinweisen auf „mutmaßliche Grenzüberschreitungen, Machtmissbrauch und eine toxische Machokultur“, schrieb das Nachrichtenmagazin nach Gesprächen mit zehn Frauen und Männern.

Bundesvorsitzende Janine Wissler reagiert

Der geschäftsführende Landesvorstand in Hessen hatte daraufhin erklärt, die Anschuldigungen sehr ernst zu nehmen. Die Bundesvorsitzende Janine Wissler, frühere Fraktionsvorsitzende im hessischen Landtag, wandte sich zudem entschieden dagegen, dass „mir unterstellt wird, ich hätte irgendjemanden geschützt“.

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Die hessische Linke hatte nach Angaben des geschäftsführenden Landesvorstands ab Ende November 2021 Kenntnis von den Vorwürfen. Die Partei habe seitdem begonnen, „diese auf allen Ebenen aufzuarbeiten“. Als weiteren Schritt zur Aufarbeitung will der hessische Landesverband „neutrale“ Vertrauensleute finden, wie er am Samstag erklärte. Diese sollen in der Partei keine Ämter und Funktionen innehaben. Die Suche wolle man nach Ostern abschließen.

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Die Ankündigung komme zu spät und sei nur präventiv, kritisierte Dubiel: „An den aktuellen Fällen wird sich dadurch nichts ändern.“ Dass eine unabhängige Vertrauensstelle schon seit langem gefordert werde, jedoch erst jetzt umgesetzt werden soll, bezeichnete sie als Blamage. Nötig seien professionell geschulte und ausgebildete Ansprechpartner. „Die Partei muss jetzt Geld in die Hand nehmen, sowohl zur Aufarbeitung als auch für Ansprechpersonen zu potenziellen weiteren Fälle“, forderte Dubiel.

RND/dpa

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