Kampf gegen Waldbrände

Löschflüge in Deutschland: 16 Bundesländer mit 16 verschiedenen Regelungen

Ein Löschhubschrauber ist wegen des Waldbrandes bei Treuenbrietzen im Einsatz und hat Wasser am Seddiner See getankt.

Ein Löschhubschrauber ist wegen des Waldbrandes bei Treuenbrietzen im Einsatz und hat Wasser am Seddiner See getankt.

Berlin. Der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) rechnet dieses Jahr mit erheblichen Waldbränden in Deutschland: „Es ist zu befürchten, dass die Situation noch gefährlicher werden könnte als im Katastrophenjahr 2018″, sagt Dr. Ulrich Cimolino, Vorsitzender des Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband (DFV) und Vegetationsbrandexperte der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb).

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Bei den Löscharbeiten kommen immer wieder auch Hubschrauber von Bundeswehr und Polizei zum Einsatz. Doch die Wege, einen Hubschrauber anzufordern, seien viel zu kompliziert und nicht schnell genug, kritisiert Cimolino im Gespräch mit dem RND. „Nur wenn es schnell geht, haben wir mit den Hubschraubern eine Chance, Waldbrände wirklich zu bekämpfen.“

Nur bevor es zu einem Vollbrand kommt, könnten Löschflüge ihre Wirkung wirklich entfalten und einen Waldbrand wirklich eindämmen. „Sonst lassen sich mit dem Hubschrauber nur noch bestimmte Stellen des Waldbrandes löschen.“

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Doch nicht immer geht es schnell. Der Grund: „Jedes Land hat eigene Regelungen, zum Teil sogar verschiedene für die verschiedenen Träger der Luftfahrzeuge.“ Also 16 verschiedene Regelungen für 16 Bundesländer und vereinzelt sogar verschiedene Regelungen für Bundeswehr, Bundespolizei oder Landespolizei.

Gewirr aus Regelungen: Details nur schwer abzustimmen

Und bei so einem Gewirr aus Regelungen sei es oft schwierig, wichtige Details abzustimmen: „Zum Beispiel Fragen wie Leistungsfähigkeit des Hubschraubers, Wassermenge, ob der Hubschrauber einen Wasserbehälter mitbringt oder nicht.“

„Wir brauchen aber eine schnelle und einfache Anforderungsmöglichkeit schon ab dem ersten Zugführer vor Ort, für zum Beispiel ein bis zwei Luftfahrzeuge.“

Dr. Ulrich Cimolino,

Vorsitzender des Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband (DFV) und Vegetationsbrandexperte der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb)

Cimolinos Appell: „Wir brauchen aber eine schnelle und einfache Anforderungsmöglichkeit schon ab dem ersten Zugführer vor Ort, für zum Beispiel ein bis zwei Luftfahrzeuge.“ Danach seien dann schnelle Erweiterbarkeit mit Fachberatung zur ergänzenden Unterstützung wichtig. Von den Landesregierungen fordert er „eine bessere und vereinfachte Anforderungs­struktur.“

Immer wieder werden auch Rufe nach Löschflugzeugen laut, um Bundeswehr und Polizei zu entlasten. Doch die Bundesregierung sieht Hubschrauber weiterhin als angemessenes Mittel – und die Brandbekämpfung damit weiterhin als Ländersache.

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Vergangenen August fragte die Linke schriftlich an, welche Maßnahmen die Bundesregierung beabsichtigt, um Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes finanziell, materiell und personell zu stärken, einschließlich Anschaffung und Unterhalt von Löschflugzeugen.

„Hubschrauber sind für die Bekämpfung von Waldbränden nach Einschätzung der Experten in Bund und Ländern deutlich flexibler, wirksamer und effizienter als Löschflugzeuge“, hieß es vonseiten der Regierung. Und Katastrophenschutz sei „als Teil der Gefahrenabwehr Aufgabe der Länder“.

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In vielen Urlaubsregionen in Südeuropa kratzen die Temperaturen an der 40‑Grad-Marke, teilweise drohen oder toben sogar Waldbrände.

Neben Waldbränden sind auch Insektenschäden in Deutschland eine erhebliche Gefahr für die Wälder. Schädlinge wie der Borkenkäfer setzen den Bäumen in Deutschland immer mehr zu. Inzwischen seien Insektenschäden für vier Fünftel (81,4 Prozent) des Einschlags von Schadholz in heimischen Wäldern verantwortlich, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit.

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