Hunderte Soldaten harren in Stahlwerk aus

Ukrainischer Soldat teilt eindrucksvolles Bild der Hoffnung aus Mariupoler Stahlwerk

Blick auf das Azovstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol.

Blick auf das Azovstal-Werk in der Hafenstadt Mariupol.

Kiew. Für mehr als 260 ukrainische Kämpfer hat das wochenlange Ausharren im von russischen Truppen belagerten Stahlwerk Azovstal in Mariupol ein Ende gefunden. Sie seien am Montagabend aus der Anlage geholt und in von russische Truppen besetzte Gebiete gebracht worden, teilte die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar mit.

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Wegen der wochenlangen Belagerung des Azovstal-Geländes durch russische Truppen, gilt das Areal als letzte Bastion des ukrainischen Widerstands in der Hafenstadt im Süden des Landes. Sehr eindrucksvoll zeigt das ein Foto des ukrainischen Soldaten Dimitriy Kozatskiy, der als Teil des Asow-Regiments in dem Tunnelkomplex des Stahlwerks die Stellung gehalten hat, wie „RTL News“ berichtet. Er ist einer der verbliebenen ukrainischen Kämpfern, die im Stahlwerk ausharren und sich weigern, zu kapitulieren. Das Foto zeigt, wie ein Soldat von einfallenden Sonnenstrahlen in einem sonst dunklen Raum getroffen wird.

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Gefangenenaustausch geplant

Unter den Evakuierten seien 53 Schwerverwundete, die in eine Klinik in der Stadt Nowoasowsk gekommen seien. 211 Kämpfer seien über einen humanitären Korridor in das vom russischen Militär besetzte Oleniwka gefahren worden. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte in seiner nächtlichen Videoansprache ans Volk, dass durch Evakuierungen in von moskautreuen Separatisten kontrolliertes Gebiet das Leben der Kämpfer gerettet worden seien.

Am Montag gab das Verteidigungsministerium in Moskau eine Vereinbarung bekannt, wonach verwundete ukrainische Kämpfer zur Behandlung in eine Stadt unter Kontrolle prorussischer Separatisten gebracht werden könnten. Von russischen Militärfahrzeugen eskortierte Busse verließen am Abend die Anlage.

Kurz darauf bestätigte Vize-Verteidigungsministerin Maljar, dass die Evakuierung umgesetzt worden sei. Dank der Verteidiger von Mariupol habe die Ukraine enorm wichtige Zeit gewinnen können, um Reserven aufzubauen, Truppen umzugruppieren und sich Hilfe von Partnern zu holen. „Und sie haben all ihre Aufgaben erfüllt.“ Mit militärischen Mitteln die Blockade des Azovstal-Stahlwerks zu lösen, sei jedoch unmöglich. Man arbeite nun auf einen Gefangenenaustausch hin, damit die ukrainischen Kämpfer nach Hause zurückkehren könnten. Zudem gebe es Bemühungen um eine Rettung der im Werk verbliebenen Verteidiger, ergänzte Maljar.

Zu Wort meldete sich später auch das Asow-Regiment, eine von mehreren Einheiten, die auf dem Werksgelände ausgeharrt und es verteidigt hatten. Die Evakuierung der Kämpfer markiere das Ende der Mission des Regiments, erklärte Befehlshaber Denis Prokopenko. „Absolut sichere Pläne und Operationen existieren im Krieg nicht.“ Dennoch seien alle Risiken berücksichtigt worden. Es gelte, so viele Leben von Kämpfern zu retten wie möglich.

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Hunderte verletzte Soldaten aus Azovstal-Stahlwerk evakuiert

Nach wochenlangem Ausharren in dem belagerten Azovstal-Stahlwerk in Mariupol sind nach ukrainischen Angaben 264 Soldaten evakuiert worden.

Ähnlich äußerte sich auch Präsident Selenskyj in seiner nächtlichen Ansprache. „Die Ukraine ist darauf angewiesen, dass ukrainische Helden am Leben bleiben“, sagte er mit Blick auf die Evakuierung der Kämpfer aus dem Azovstal-Werk. „Es ist unser Prinzip.“ Die Bemühungen um eine Heimholung der verbliebenen Kämpfer würden fortgesetzt und erforderten Fingerspitzengefühl und Zeit, sagte Selenskyj.

RND/ab/AP

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