60-Sekunden-Rede geht viral

„Europa nicht den Leyen überlassen“: Martin Sonneborn rechnet mit EU-Chefin ab

Der Satiriker, Mitglied des Europäischen Parlamentes und Bundesvorsitzende der Partei Die Partei, Martin Sonneborn.

Der Satiriker, Mitglied des Europäischen Parlamentes und Bundesvorsitzende der Partei Die Partei, Martin Sonneborn.

Der Satiriker und EU-Parlamentarier Martin Sonneborn hat im Europa­parlament mit der Politik von EU-Kommissions­präsidentin Ursula von der Leyen abgerechnet. In einer einminütigen Rede vor den Abgeordneten in Straßburg kritisierte der Die-Partei-Chef am Donnerstag allem voran den Energie­deal mit Aserbaidschan. „Um uns von einem Gaslieferanten zu lösen, der einen brutalen Angriffs­krieg führt – Putin –, haben Sie uns einen gesucht, der einen brutalen Angriffs­krieg führt – Aliyev“, sagte er in seinem direkt an von der Leyen gerichteten Wort­beitrag.

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Ilham Aliyev ist der Präsident der autoritär geführten öl- und gasreichen Republik Aserbaidschan. Das Land hatte Armenien in der Nacht zum Dienstag angegriffen und das mit einem angeblich voraus­gegangenen armenischen Sabotage­versuch begründet. Viele internationale Beobachter hingegen gehen davon aus, dass Baku die Situation ausnutzte, da Armeniens Schutzmacht Russland derzeit mit dem Krieg gegen die Ukraine beschäftigt ist.

Sonneborn giftet gegen Union

Darauf machte auch Sonneborn in seiner Rede aufmerksam. „Derzeit überfällt die Öldiktatur, die Sie zum ‚vertrauenswürdigen Partner‘ erklärt haben, das demokratische Armenien“, so der EU-Politiker, der anschließend sarkastisch fortsetzte: „Respekt für Ihre Wahl, immerhin liegt unser neuer bester Kumpel Aserbaidschan in Sachen Demokratie, Presse und bürgerliche Freiheiten noch weit hinter Russland. Nur bei der Bestechung korrupter CDU-Honks ist Aliyev ganz vorn.“

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Um sich von Energie­lieferungen aus Russland zu lösen, hatte von der Leyen gemeinsam mit Aliyev Mitte Juli eine Absichts­erklärung unterzeichnet, die in den kommenden Jahren eine deutliche Erhöhung der Gaslieferungen aus Aserbaidschan an die EU garantieren soll.

„Wir sollten Europa nicht den Leyen überlassen!“

Sonneborn ätzte schonungslos in Richtung der EU-Chefin: „Als Sie Ihren Dienst hier antraten, dachte ich, Sie seien lediglich unfähig und ein bisschen kriminell, inzwischen weiß ich, dass Sie auch beeindruckend moralfrei sind.“ Dabei kritisierte er offen die EU-Politik an den Außengrenzen, die täglich zu zahlreichen Todesfällen mit Geflüchteten führe. Auch die Entscheidung, Gas und Atomkraft als nachhaltig einzustufen sowie von der Leyens Umgang mit SMS-Nachrichten in Zusammenhang mit milliardenschweren Impfstoff­käufen von Biontech/Pfizer moniert er.

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Von der Leyen, die selbst anwesend war und nur wenige Meter entfernt vom Rednerpult saß, saß während Sonneborns Stand­pauke nahezu regungslos da und blickte überwiegend auf ihren Tisch. Auch als Sonneborn nach seinem Wort­beitrag die EU-Kommissions­präsidentin direkt anschaute und an ihr vorbeiging, blickte diese nicht auf. Dabei beendete der Satiriker seine Rede mit einem eindeutigen Wortspiel – und einer deutlichen Botschaft. „Mir fällt zur EU nichts mehr ein. Außer: Wir sollten Europa nicht den Leyen überlassen!“

RND/jst

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