Nach Ankündigung von Kanzler Scholz

Melnyk lobt Lieferung weiterer schwerer Waffen

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk begrüßt die angekündigten Waffenlieferungen.

Der ukrainische Botschafter Andrij Melnyk begrüßt die angekündigten Waffenlieferungen.

Berlin. Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk, hat die jüngste Ankündigung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) zur Lieferung weiterer schwerer Waffen an sein Land gelobt. „Dass der Bundeskanzler grünes Licht dafür gibt, eine Einheit des Luftabwehrsystems Iris zu liefern, ist ein großer Sprung nach vorne, den die Ukrainer begrüßen“, sagte er dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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„Die Botschaft hat an diesem Projekt seit vielen Wochen im engen Kontakt mit dem Hersteller Diehl Defense und der Bundesregierung vertrauensvoll hinter den Kulissen gearbeitet.“ Melnyk fügte hinzu: „Nun hoffen wir, dass die Ampel die Lieferung von weiteren modernen Iris-Waffensystemen – die Ukraine benötigt mindestens zwölf – ermöglicht, um den Himmel vor russischen Raketen und somit das Leben von Zivilisten zu schützen.“

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Scholz hatte am Mittwoch im Bundestag die Lieferung des Luftabwehrsystems Iris-T SLM des deutschen Herstellers Diehl Defence angekündigt. Es soll Schutz vor Angriffen durch Flugzeuge, Hubschrauber, Marschflugkörper und ballistische Kurzstreckenraketen bieten. Nach Angaben Melnyks ist das eine System „relativ schnell lieferbar“. Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte allerdings im Bundestag erklärt, auch diese Lieferung werde mehrere Monate dauern. Iris-T kann Ziele in bis zu 40 Kilometern Entfernung treffen. Scholz zufolge ist es das modernste Flugabwehrsystem, das die Bundesrepublik hat.

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Auch Mehrfachraketenwerfer an die Ukraine – möglichst bis Ende Juni

Ferner sollen – möglichst bis Ende Juni – vier Mehrfachraketenwerfer vom Typ Mars II an die Ukraine gehen. Je nach Munition treffen die Raketenwerfer nach Angaben des Herstellers Krauss-Maffei Wegmann Ziele zwischen zehn und 40 Kilometern Entfernung. Die Abschussbatterien mit einer Kampfbeladung von zwölf Raketen sind dabei auf Kettenfahrzeuge montiert, die bis zu 50 Stundenkilometer schnell fahren können – und können daher selbst nicht so einfach ausgeschaltet werden.

Die Mars II-Raketenwerfer können Salven von zwölf Flugkörpern in weniger als einer Minute abfeuern. Gemeinsam mit dem Mehrfachraketenwerfer Himars, das aus den USA kommen soll, sind sie russischen Systemen weit überlegen und verändern damit die Kräfteverhältnisse deutlich. Dabei soll die Ukraine zugesichert haben, mit den Waffen nicht russisches Territorium zu attackieren; derzeit geht es allein um den Kampf in der Ostukraine.

Carlo Masala: „Was der Bundeskanzler jetzt in Aussicht gestellt hat, hat viel Wumms“

Der Politikwissenschaftler Carlo Masala von der Universität der Bundeswehr in München sagte dem RND: „Was der Bundeskanzler jetzt in Aussicht gestellt hat, hat viel Wumms und wird der Ukraine wirklich helfen, sich besser und mit mehr Wirkung zu verteidigen. Es ist beeindruckend – wenn es geliefert wird und in einem vernünftigen Zeitrahmen in die Ukraine gelangt. Dadurch wird die ukrainische Verteidigung stärker.“

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Mit dem Luftabwehrsystem Iris könne man Städte und Ortschaften wesentlich effektiver vor Angriffen schützen, betonte Masala. Es wirke gemeinsam mit der in Aussicht gestellten Panzerhaubitze 2000 noch effektiver. Das System Mars II nutze gegen vorrückende Einheiten. Diese könne man damit aus großer Entfernung bekämpfen.

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