Eklat im UN-Sicherheitsrat

EU-Ratspräsident macht Moskau für Nahrungsmittelkrise verantwortlich - Russland-Gesandter verlässt Saal

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja im UN-Sicherheitsrat. (Archivbild)

Der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja im UN-Sicherheitsrat. (Archivbild)

New York. Eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats zur Lage in der Ukraine ist von einem Eklat überschattet worden. Als EU-Ratspräsident Charles Michel am Montag Russland direkt für eine drohende globale Nahrungsmittelkrise verantwortlich machte, verließ der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja demonstrativ den Raum. Den russischen Sitz überließ er einem anderen Diplomaten.

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Vor einigen Wochen habe er am Hafen der südukrainischen Stadt Odessa Millionen Tonnen von Getreide und Weizen gesehen, die in Containern und Schiffen festgesteckt hätten, sagte Michel zuvor zu Nebensja. Schuld daran seien „russische Kriegsschiffe im Schwarzen Meer sowie Moskaus Angriffe auf die Transportinfrastruktur und Lagerstätten für Getreide. Russische Panzer, Bomben und Minen verhinderten zudem Anbau und Ernte in der Ukraine.

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„Für drohende globale Nahrungsmittelkrise ist allein Russland verantwortlich“

„Dies treibt die Nahrungsmittelpreise nach oben, drängt Menschen in die Armut, und destabilisiert ganze Regionen“, kritisierte Michel. „Für diese drohende globale Nahrungsmittelkrise ist allein Russland verantwortlich. Russland allein.“ Michel warf den russischen Truppen zudem vor, aus besetzten Gebieten in der Ukraine Getreide zu stehlen. Zugleich schiebe Moskau die Schuld anderen in die Schuhe. Dies sei „feige“ und „Propaganda - schlicht und einfach“, erklärte Michel.

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Nebensja stand auf und ging. Sein Stellvertreter Dmitri Poljanski schrieb auf Telegram, dass Michels Äußerungen derart „unverschämt“ gewesen seien, dass der russische Botschafter den Sitzungssaal verlassen habe.

RND/AP

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