Nach erstem Dementi

Russland räumt Raketenangriff auf Odessa ein – Zerstörung von US-Waffen als Ziel

So sah es am Hafen von Odessa 2016 noch aus (Archiv)

So sah es am Hafen von Odessa 2016 noch aus (Archiv)

Moskau. Einen Tag nach den international verurteilten Raketeneinschlägen in der Hafenstadt Odessa hat Russland den Angriff eingeräumt und mit der Zerstörung von US-Waffen begründet. Die „Kaliber“-Raketen hätten mit einem hochpräzisen Schlag ein Objekt militärischer Infrastruktur im Hafen von Odessa getroffen, teilte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, am Sonntag im Nachrichtenkanal Telegram mit. Sie sprach von einem Kriegsschiff, das getroffen worden sei.

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Der Angriff am Samstagmorgen hatte international Entsetzen ausgelöst, weil Russland erst am Vortag in Istanbul eine Vereinbarung über die Ausfuhr von ukrainischem Getreide auch aus diesem Hafen in Odessa unterzeichnet hatte. Die Vereinbarung hat weiter ihre Gültigkeit.

Zuvor hatte die Türkei nach Gesprächen mit der russischen Seite erklärt, dass Russland die Schuld für die Raketenangriffe in Odessa zurückgewiesen habe und untersuchen lassen wolle.

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Sacharowas Kommentar zu dem Vorfall war nun die erste offizielle Äußerung von russischer Seite zu dem Vorfall.

Moskau: Ziel war Lager mit US-Waffen

Am Sonntagmittag erklärt das Verteidigungsministerium in Moskau dann, dass Raketen auf ein Schiffsreparaturwerk abgefeuert worden seien. In dem Dock seien ein ukrainisches Kriegsschiff und ein Lager mit von den USA gelieferten „Harpoon“-Raketen zerstört worden, hieß es. Die Ukraine hat der russischen Kriegsmarine mit solchen Raketen schon mehrfach schwere Schläge versetzt.

Zudem seien durch die Angriffe Anlagen zur Reparatur und zur Modernisierung des Schiffsbestandes der ukrainischen Seestreitkräfte außer Betrieb genommen worden, hieß es in der Mitteilung der russischen Verteidigungsministeriums. Zuvor hatte das russische Außenministerium die Angriffe auf Odessa eingeräumt.

Ein Akt „offensichtlicher russischer Barbarei“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte die Raketenschläge auf den Hafen von Odessa als einen Akt „offensichtlicher russischer Barbarei“ verurteilt, wie auch Sacharowa in ihrer Stellungnahme erwähnte. „Wenn irgendjemand auf der Welt früher gesagt hat, dass es notwendig ist, mit Russland in Dialog zu treten, Vereinbarungen zu treffen über eine Waffenruhe, ohne unser Gebiet von den Besatzern zu befreien, dann haben die heutigen Raketen die Möglichkeit solcher Aussagen zerstört“, sagte Selenskyj.

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Präsident Selenskyj: 20 Millionen Tonnen Getreide für Export bestimmt

Die Ukraine verfügt über Getreide im Wert von rund zehn Milliarden US-Dollar, das zum Verkauf bereitsteht - das hat Präsident Wolodymyr Selenskyj mitgeteilt.

Russland hatte am Freitag in dem Abkommen zugesichert, Schiffe für den Export über einen Seekorridor fahren zu lassen und nicht zu beschießen. Auch die drei beteiligten Häfen dürfen demnach nicht angegriffen werden. Es geht dabei unter anderem um die Ausfuhr von Millionen Tonnen Getreide. Die unter der Vermittlung der Vereinten Nationen und der Türkei unterzeichnete Einigung sieht vor, die Exporte von einem Kontrollzentrum in Istanbul überwachen zu lassen.

RND/dpa

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