Stichwahl am 09. Oktober

OB-Wahl in Cottbus: SPD hofft auf Wahlsieg – AfD sieht als zweitstärkste Kraft gutes Ergebnis

79.000 Cottbusserinnen und Cottbusser waren am Sonntag zur Wahl aufgerufen (Symbolbild).

79.000 Cottbusserinnen und Cottbusser waren am Sonntag zur Wahl aufgerufen (Symbolbild).

Cottbus. Nach dem ersten Wahlgang zur Oberbürgermeisterwahl in Cottbus hofft die Brandenburger SPD auch bei der Stichwahl am 9. Oktober auf einen Erfolg des Bewerbers Tobias Schick. „Es ist aus meiner Sicht klar, dass jetzt die Demokratinnen und Demokraten zusammenstehen müssen“, sagte Generalsekretär David Kolesnyk der Deutschen Presse-Agentur. Schick liege „mit deutlichem Vorsprung“ vor AfD-Kandidat Lars Schieske.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Bei der OB-Wahl in Brandenburgs zweitgrößter Stadt holte Schick am Sonntag 31,8 Prozent der Stimmen, Schieske erhielt 26,4 Prozent. Beide gehen nun in die Stichwahl. Keiner der sieben Kandidaten hatte am Sonntag die absolute Mehrheit erreicht. CDU-Kandidat Thomas Bergner, der auf 24,7 Prozent gekommen war, kündigte noch am Sonntag an, den SPD-Bewerber unterstützen zu wollen.

AfD bei Kommunal- und Landtagswahl 2019 stärkste Kraft

Der SPD-Kandidat setzt auf Gemeinsamkeit in der Stadt. „Ich weiß natürlich auch, was das bedeutet, dass die AfD mit in die Stichwahl gekommen ist“, sagte Schick. „Deshalb geht es wirklich darum zu vermitteln: Wie können wir in Cottbus gemeinsam die Zukunft gestalten?“ Die Stadt steckt mitten im Strukturwandel. Nach Angaben des Verfassungsschutzes gilt sie in Brandenburg als Schwerpunkt des Rechtsextremismus.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

AfD-Bewerber Schieske zeigte sich mit dem ersten Wahlgang zufrieden. „Wir sind in der Stichwahl, das ist schon erstmal ein großer Erfolg“, sagte der Berufsfeuerwehrmann der dpa. „Wir haben gezeigt, dass wir die Leute an die Urne bringen können.“ Die AfD-Landesvorsitzende Birgit Bessin beglückwünschte ihn. „Damit geht es nun in die Stichwahl“, schrieb sie bei Facebook.

Die Wahl war auch überregional mit Spannung verfolgt worden: Die AfD stellt bisher keinen Oberbürgermeister in Deutschland. Bei der Kommunal- und der Landtagswahl 2019 war die AfD jeweils stärkste Kraft geworden. Bei der Bundestagswahl 2021 ging das Mandat an die SPD, die AfD lag dahinter. Der Verfassungsschutz stufte die AfD Brandenburg im Jahr 2020 als rechtsextremistischen Verdachtsfall ein. Schieske hat an Veranstaltungen des Vereins „Zukunft Heimat“ teilgenommen, den der Brandenburger Verfassungsschutz als rechtsextremistisch einstuft.

CDU enttäuscht über Wahlergebnis

CDU-Amtsinhaber Holger Kelch war aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr angetreten. Brandenburgs CDU-Generalsekretär Gordon Hoffmann zeigte sich enttäuscht, dass die Stadt nicht in CDU-Hand bleibt. „Das tut natürlich weh, dass wir da jetzt nicht in der Stichwahl sind“, sagte er.

Kommt im Winter die Wut? Demonstranten am Montagabend in Heidenau, wo es nicht mehr um die Corona-Maßnahmen ging, sondern um die Energiekrise.

Proteste gegen hohe Energiekosten: Was Experten zu einem möglichen „Wutwinter“ sagen

In Sachsen hoffen Rechtsextreme auf Massenproteste im Herbst gegen hohe Energiepreise – und schmieden bereits Pläne für den Umsturz. Ist das nur Getöse oder eine ernste Gefahr? Eine Einschätzung von Experten.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Rund 79.000 Cottbuserinnen und Cottbuser waren aufgerufen, für die nächsten acht Jahre eine neue Stadtspitze zu wählen. Ins Rennen gegangen waren zudem Sven Benken (Unser Cottbus), Lysann Kobbe (Die Basis), Felix Sicker (FDP) und Johann Staudinger (Einzelbewerber).

Sozialwissenschaftlerin Heike Radvan sagte es sei „sehr zu begrüßen“, dass ein Kandidat der demokratischen Parteien vorn liege. „Damit gibt es für die Stadt eine große Chance, weil dieser Kandidat für Partizipation, für eine weltoffene Stadt, für soziale Gerechtigkeit, letztendlich auch für den Wissenschaftsstandort steht und in dem Sinne auch die Gelder für den Strukturwandel in Richtung Innovation und Internationalität eingesetzt werden würden“, sagte die Lehrende an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) der Deutschen Presse-Agentur. Zum anderen bleiben demokratisch Orientierte in der Stadt. Jetzt müssten für die Stichwahl alle demokratischen Kräfte gebündelt werden.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen