Schwerin

Sexismus-Zoff: Landesmarketing bald „oben ohne“?

„Oben ohne“ in MV: Diese Werbung sollte bei einem großen Nachrichtenmagazin online geschaltet werden

„Oben ohne“ in MV: Diese Werbung sollte bei einem großen Nachrichtenmagazin online geschaltet werden

Schwerin. Er sollte originell sein und bundesweit Studenten für die Hochschulen in MV begeistern: Der umstrittene Slogan „Oben ohne“ des Landesmarketings in der Kampagne „Studieren mit Meerwert“ hat ein Nachspiel. Am Freitag treffen sich Rektoren der Hochschulen zum Krisengespräch  bei Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD). Im Gespräch soll auch sein, dass der Chef des Landesmarketings, Peter Kranz (46), gehen muss.

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Der pinkfarbene Bikini bleibt im Gedächtnis. „Oben ohne“ stand da zu lesen, gedacht als freche Werbung für die Hochschulen und Universitäten des Landes. Ohne Massenandrang in Hörsälen, ohne Wartezeiten beim Professor, ohne Stress. Oben im Norden. Das abgestreifte Bikini-Oberteil auf den Anzeigen, die bei einem großen Nachrichtenmagazin online erscheinen sollten, löste jedoch einen Sturm der Entrüstung aus. Hochschulleitungen stoppten die Kampagne. Prof. Wolfgang Schareck, Rektor der Uni Rostock, sprach von „sexistischer Effekthascherei“; der Slogan „Oben ohne“ sei inakzeptabel (die OZ berichtete).

Peter Kranz, langjähriger Chef des Landesmarketings, muss jetzt offenbar Konsequenzen fürchten. „Er soll gehen“, ist in Kreisen der Landespolitik zu hören. Möglich: Kranz’ Vertrag soll nicht verlängert werden. Kranz selbst erklärte gestern, er wolle „Gerüchte nicht kommentieren. Ich habe dazu gar nichts zu sagen“. Finanzminister Brodkorb reagiert auf Anfrage nur knapp. Die Frage, ob er Kranz von seinen Aufgaben entbinden wolle, beantwortet er mit „nein“. Weitere Fragen allerdings nicht.

Hintergrund des Zoffs um Bikini-Werbung und die Personalie Kranz könnte dem Vernehmen nach Intervention von ganz oben sein: Manuela Schwesig, die kommenden Dienstag im Landtag zur neuen Ministerpräsidentin gekürt wird, soll „wegen der Kampagne geschäumt“ haben, ist zu hören. Es habe viele Beschwerden gegeben. Offiziell klingt das moderater: „Frau Schwesig unterstützt die Entscheidung des Finanzministers, die Kampagne zurückzuziehen“, sagte ein Sprecher.

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    Frank Pubantz

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