„Provokation vonseiten der Ukraine“

Russische Justiz geht gegen vermeintliche „Falschmeldungen“ aus Butscha vor

Blick durch eine zerstörte Windschutzscheibe nach schweren Kämpfen zwischen russischen und ukrainischen Streitkräften in Butscha, nahe Kiew. (Symbolfoto)

Blick durch eine zerstörte Windschutzscheibe nach schweren Kämpfen zwischen russischen und ukrainischen Streitkräften in Butscha, nahe Kiew. (Symbolfoto)

Moskau. Russlands Ermittlungskomitee hat ein Verfahren wegen der Verbreitung von angeblichen Falschmeldungen zu Morden an Zivilisten in der ukrainischen Kleinstadt Butscha eingeleitet. Russlands Chefermittler Alexander Bastrykin habe die Behörde angewiesen, die „Provokation vonseiten der Ukraine“ strafrechtlich zu bewerten, teilte das Ermittlungskomitee auf seinem Telegram-Kanal am Montag mit. Russland bestreitet, dass sein Militär Zivilisten in Butscha in der Nähe von Kiew getötet und die Leichen auf den Straßen hinterlassen habe.

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Ermittelt wird nicht wegen des international verurteilten Verbrechens, sondern wegen der Veröffentlichung entsprechender Nachrichten. Eine Diffamierung der russischen Armee ist strafbar in dem Land. Anfang März hatte die russische Staatsduma ein umstrittenes Gesetz verabschiedet, dass „Falschnachrichten“ über Handlungen des russischen Militärs im Ausland unter Strafe stellt.

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Die Bilder aus der Vorortgemeinde der ukrainischen Hauptstadt, wo nach dem Abzug russischer Truppen zahlreiche Leichen von Bewohnern auf den Straßen gefunden worden waren, hatten weltweit Entsetzen ausgelöst. Die Ukraine macht für das Massaker russische Truppen verantwortlich, die die Stadt bis vor kurzem besetzt hatten. Nach russischen Angaben handelt es sich bei den Meldungen um „eine gezielte Diskreditierung“ der russischen Streitkräfte. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte am Sonntag von einer „Inszenierung“ gesprochen.

Nach Angaben von Behörden: Zahl der Toten rund um Hauptstadt Kiew noch unklar

Vielerorts hätten die Untersuchungen der Anzahl der Todesopfer noch nicht beginnen können, teilten die Behörden mit.

Moskau hat zudem wegen der Vorfälle die Einberufung einer Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats gefordert. Der stellvertretende russische UN-Botschafter Dmitri Poljanski kündigte an, dabei „die ukrainischen Provokateure und ihre Schutzpatrone im Westen zu entlarven“.

RND/dpa

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