Kremlkritiker befindet sich nicht in Moskau

Wegen Beleidigung der Armee? Moskau schreibt Schrifsteller Glukhovsky zur Fahndung aus

Der russische Schriftsteller Dmitry Glukhovsky während eines dpa-Interviews. Russland hat den kremlkritischen Schriftsteller zur nationalen Fahndung ausgeschrieben. (Archivbild)

Der russische Schriftsteller Dmitry Glukhovsky während eines dpa-Interviews. Russland hat den kremlkritischen Schriftsteller zur nationalen Fahndung ausgeschrieben. (Archivbild)

Moskau. Russland hat den kremlkritischen Schriftsteller Dmitry Glukhovsky zur nationalen Fahndung ausgeschrieben. Der 42-Jährige werde gemäß einem Verstoß gegen das russische Strafgesetzbuch gesucht, meldete die russische Staatsagentur Tass am Dienstag. Glukhovsky sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass er sich aktuell nicht in Moskau aufhalte.

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Er gehe davon aus, dass er wegen Beleidigung der russischen Armee gesucht werde. „Ich bin bereit, alles, was ich gesagt habe, zu wiederholen: Stoppt den Krieg! Gebt zu, dass das ein Krieg gegen ein ganzes Volk ist. Und beendet ihn!“, meinte er mit Blick auf Russlands Einmarsch in die Ukraine.

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Der Autor der „Metro“-Trilogie, der vorwiegend im Ausland lebt und auch Deutsch spricht, ist seit Jahren ein scharfer Kritiker des russischen politischen Systems. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine hatte er wiederholt in sozialen Netzwerken die Invasion verurteilt, auf die Verluste bei den russischen Streitkräften hingewiesen und über die Ermordung ukrainischer Zivilisten berichtet.

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Wie kleine Dörfer in der Ukraine unter dem russischen Einmarsch leiden

Russland behauptet, es sei auf einer Mission zur „Befreiung“ des Donbass, der seit 2014 teilweise von separatistischen kontrolliert wird.

„Das wichtigste strukturelle Problem des russischen politischen Systems besteht darin, dass es sich aus diebischen Dumpfbacken zusammensetzt, die nach einem Verständnis von Gaunern leben und in kannibalischem Eifer in Konkurrenz zueinander stehen und dabei die Befehle eines entrückten, heuchlerischen Greises mit einer persönlichen Krise ausführen“, schrieb er im Mai bei Twitter. Neben seiner literarischen Arbeit kommentiert Glukhovsky immer wieder auch die Tagespolitik. „Russland ist derzeit kein Staat, sondern eine Mafiaorganisation. Die organisierte Kriminalität stellt sich als Staat dar“, sagte Glukhoysky kürzlich im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Im Oktober hatte Glukhovsky („Der Posten“, „Text“) in einem Gespräch mit der dpa eine „Kultur der Lügen und der Verbote“ in Russland beklagt. Es gebe nicht nur eine verlogene Propaganda in Russland, die Tatsachen und Wahrheiten völlig verdrehe. „Der Machtapparat versucht, alles zu verbieten, was lebendig und echt ist im gesellschaftlich-kulturellen Leben in Russland.“

RND/dpa

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