Studie: An Orten mit mehr Ausländern gibt es weniger Hassverbrechen

Demonstration vom Bündnis Unteilbar gegen Rassismus vom Rathaus bis zum Hauptbahnhof in Hamburg - Wissenschaftler haben in einer Studie gezeigt, dass die Zahl fremdenfeindlicher Taten bei zunehmender Migration abnimmt.

Demonstration vom Bündnis Unteilbar gegen Rassismus vom Rathaus bis zum Hauptbahnhof in Hamburg - Wissenschaftler haben in einer Studie gezeigt, dass die Zahl fremdenfeindlicher Taten bei zunehmender Migration abnimmt.

Marburg. Wo viele Ausländer leben, gibt es weniger fremdenfeindliche Straftaten: Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie unter der Leitung des Marburger Sozialpsychologen Ulrich Wagner. An der Untersuchung war auch das Bundeskriminalamt (BKA) beteiligt, wie die Universität Marburg am Montag mitteilte.

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Als von 2015 an die Zahl der Flüchtlinge in der Bundesrepublik anstieg, kam es vermehrt zu fremdenfeindlichen Übergriffen. Der Anstieg war jedoch nicht überall gleich hoch.

Zur Erklärung stellten Fachleute zwei Theorien auf, wie die Universität erklärte.

Eine besagt: Wenn in einer Region viele Ausländer leben, gibt es mehr Möglichkeiten zum Kontakt mit ihnen – die positiven Erfahrungen mit ihnen führten zum Abbau negativer Vorurteile.

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Die Bedrohungstheorie hingegen geht davon aus, dass ein höherer Anteil an Ausländern in der Bevölkerung ein Gefühl der Bedrohung wecke. Beide Erklärungsansätze erschienen aus wissenschaftlicher Sicht plausibel, erklärte Wagner.

BKA-Daten zu politisch motivierter Kriminalität

Die Forscher aus Marburg und Osnabrück nutzten für ihre Untersuchung Daten zur politisch motivierten Kriminalität des BKA aus dem Jahr 2015 und setzten sie ins Verhältnis zu Daten aus den insgesamt 402 deutschen Regierungsbezirken.

Sie kamen zu dem Schluss: Je mehr Ausländer in einem Bezirk leben, umso geringer fällt die Anzahl fremdenfeindlicher Straftaten aus. Durch einen steigenden Ausländeranteil bestünden mehr Kontaktmöglichkeiten zwischen den Gruppen, so dass Vorurteile der Bevölkerungsmehrheit abgebaut würden, heißt es in der Studie.

RND/epd

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