Proteste gegen Mullah-Regime

Grünen-Vorsitzender Nouripour fordert Unterstützung für iranische Frauen

Omid Nouripour, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, spricht  während einer Pressekonferenz. (Symbolbild)

Omid Nouripour, Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, spricht während einer Pressekonferenz. (Symbolbild)

Köln. Politiker, Kulturschaffende und Journalistinnen mit iranischen Wurzeln rufen zu mehr Solidarität mit den Protestierenden in Iran auf. „Wir müssen den Machthabern deutlich machen, dass ihr System, das auf Unterdrückung und Bereicherung basiert, keine Zukunft hat“, sagte der Co-Vorsitzende der Grünen, Omid Nouripour, dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Dienstag). Vor allem die „mutigen iranischen Frauen“ verdienten „unsere volle Unterstützung“, sagte Nouripour der Zeitung.

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Kermani kritisiert die Bundesregierung

Der Schriftsteller und Friedenspreisträger Navid Kermani forderte, die Bundesregierung müsse sich „endlich klar gegen die Islamische Republik positionieren.“ Warme Worte und symbolische Sanktionen signalisierten dem Regime lediglich, dass von der Europäischen Union trotz der Gewalt gegen friedliche Demonstranten kein ernsthafter Druck zu erwarten sei.

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Kermani kritisierte, Berlin setze offenbar weiter auf den Erhalt der Islamischen Republik, um nach einem Atomabkommen an billiges iranisches Gas und Öl zu gelangen. „Aber mit diesem Regime, das nur noch auf Waffengewalt beruht, ist kein verlässliches Abkommen zu erzielen“, mahnte er. Einzig eine demokratische Entwicklung in Iran könne zu Sicherheit, Stabilität und Zugang zu den Energiequellen führen. Als zielführend sehe er etwa gezielte und effektive Sanktionen gegen die Revolutionsgarden und die gesamte Herrschaftselite an, wie sie etwa Kanada beschlossen habe.

Journalistin betont Bedeutung von öffentlichem Interesse

Die Journalistin Isabel Schayani verwies auf die Bedeutung der internationalen Aufmerksamkeit für die Demonstrierenden im Iran: „Das Interesse der Welt ist wie Frischluft zum Atmen, Energie, die im Iran ankommt und die die Regierung deshalb fürchtet“, sagte die WDR-Korrespondentin. Dieser vermutlich revolutionäre Prozess könne Zeit kosten.

In der Zeitungsausgabe kommen auch Menschen aus dem Iran zu Wort, etwa eine Abiturientin, Hausfrauen, ein Krankenpfleger, eine Studentin und ein Lehrer. Sie berichten von ihrer Teilnahme an Protesten, von der Solidarität vieler Menschen auf der Straße und der zugleich herrschenden Gefahr vor dem Geheimdienst und dem Militär, etwa in Form von Vergewaltigungen, Folter und Festnahmen. „Die Hoffnung schwindet. Die Lage ist völlig unklar, es ist wie ein Bürgerkrieg. Wir wissen nicht, was ist und was wird“, schreibt ein Lehrer aus Schiraz.

RND/epd

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