Vor Präsidentschaftswahl in Frankreich

TV-Duell: Mehrheit der Zuschauer sieht Macron als Sieger

20.04.2022, Frankreich, La Plaine-Saint-Denis: Emmanuel Macron (l), Präsident von Frankreich und Spitzenkandidat der zentrischen Partei «La Republique en Marche (LREM)», und Marine Le Pen, Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen Partei Rassemblement National (RN), nehmen an einer TV-Debatte teil. Bei der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahl treten der proeuropäische Mitte-Politiker und Amtsinhaber Macron und die rechtsnationale Le Pen gegeneinander an. Foto: Ludovic Marin/Pool AFP/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

20.04.2022, Frankreich, La Plaine-Saint-Denis: Emmanuel Macron (l), Präsident von Frankreich und Spitzenkandidat der zentrischen Partei «La Republique en Marche (LREM)», und Marine Le Pen, Präsidentschaftskandidatin der rechtsextremen Partei Rassemblement National (RN), nehmen an einer TV-Debatte teil. Bei der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahl treten der proeuropäische Mitte-Politiker und Amtsinhaber Macron und die rechtsnationale Le Pen gegeneinander an. Foto: Ludovic Marin/Pool AFP/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Paris. Einer Umfrage zufolge ist Frankreichs Präsident Emmanuel Macron als Sieger aus der TV-Debatte mit seiner rechten Kontrahentin Marine Le Pen hervorgegangen. Etwa zwei von drei Zuschauern gaben in der Befragung des Instituts Elabe am Mittwochabend an, der liberale Staatschef sei überzeugender gewesen. Insgesamt wurden dafür nach Schluss der mehr als zweieinhalbstündigen Debatte 650 Menschen befragt, die das Duell verfolgt hatten.

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In der TV-Debatte am Mittwoch diskutierten Macron und Le Pen über acht Themenkomplexe. Unter anderem ging es dabei um das in Frankreich zentrale Thema der Kaufkraft sowie um Europa und den Krieg in der Ukraine. Macron und Le Pen stehen sich am Sonntag in der Stichwahl um die französische Präsidentschaft gegenüber. Umfragen sehen Macron mit etwa 55 Prozent vorne.

Le Pen für Kopftuchverbot – Macron warnt vor Bürgerkrieg

Macron wies am Mittwochabend unter anderem die Forderung Le Pens nach einem Kopftuchverbot im öffentlichen Raum zurück. „Die Trennung von Staat und Kirche bedeutet nicht, eine Religion zu bekämpfen“, sagte der Präsident am Mittwochabend. „Die Frage des Kopftuchs ist die Frage der Religion, eines äußeren Zeichens.“ Wolle man das Kopftuch verbieten, müsse man auch die Kippa und andere religiöse Zeichen verbieten. Dafür biete die Verfassung keine Grundlage.

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Der französische Linksaußen-Kandidat Jean-Luc Mélenchon hat seine Anhänger dazu aufgerufen, nicht für die rechte Kandidatin Marine Le Pen zu stimmen.

Lediglich in Schulen und in der öffentlichen Verwaltung sei aus Gründen der Neutralität das Kopftuch tabu, sagte Macron. „In den Wohnvierteln werden Sie einen Bürgerkrieg auslösen, wenn Sie das tun“, sagte der Präsident. „Frankreich, das Land der Aufklärung, wäre das erste Land auf der Welt, das religiöse Zeichen auf der Straße verbietet.“ Le Pen hatte ein Kopftuchverbot zuvor als Maßnahme gegen den Islamismus bezeichnet. „Ich bin für das Verbot des Kopftuchs im öffentlichen Raum“, sagte sie.

Le Pen gegen Importstopp für russisches Gas

Le Pen hat sich im TV-Duell gegen einen Importstopp für Gas aus Russland ausgesprochen. Weil dies den Franzosen wehtun würde, befürworte sie eine solche Sanktion nicht, sagte Le Pen am Mittwochabend. Die rechtsextreme Politikerin sagte zudem, dass die Bemühungen von Staatschef Macron ansonsten aufrechterhalten werden sollten. Dazu zählte sie etwa humanitäre und finanzielle Hilfe für die Ukraine sowie Unterstützung im Bereich Verteidigung.

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Der liberale Macron hingegen forderte, unabhängig von russischem Öl und Gas zu werden. Die aktuelle Hilfe Frankreichs für die Ukraine wolle er noch verstärken. Ausgehend vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine stürzte Macron sich in der Debatte auf Le Pens Russlandnähe. Er legte ihr unter anderem zu Last, die Annexion der Schwarzmeerinsel Krim durch Russland 2014 anerkannt zu haben.

RND/dpa

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