Überhang an Impfzertifikaten: 42 Millionen Nachweise wurden mehrfach ausgestellt

Ein Smartphone, auf dem ein Impfzertifikat angezeigt wird, liegt auf einem Impfbuch.

Ein Smartphone, auf dem ein Impfzertifikat angezeigt wird, liegt auf einem Impfbuch.

Seit Beginn der Impfkampagne im Dezember 2020 sind in Deutschland 42,6 Millionen mehr digitale Impfzertifikate ausgestellt worden, als Corona-Vakzine verabreicht wurden. Wie die „Neue Osnabrücker Zeitung“ nach einer Anfrage an das Bundes­gesundheits­ministerium berichtet, seien bis vergangenen Freitag 204,7 Millionen digitale Zertifikate über erfolgte Corona-Impfungen ausgegeben worden. Bis zum darauffolgenden Montag wurden jedoch nur 162,1 Millionen Impfungen verabreicht.

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Laut Gesundheitsministerium gebe es dafür verschiedene Gründe. So seien beispielsweise viele Zertifikate automatisch durch Impfzentren erstellt und verschickt worden. Die geimpften Personen hätten dann bereits schon einen Nachweis in einer Apotheke erhalten. Außerdem sei es möglich, dass Zertifikate, bei Verlust eines Dokuments, mehrfach ausgestellt worden seien. Einen Hinweis auf Fake-Impfpässe oder millionenfach noch nicht gemeldete Impfungen sehe man nicht, hieß es.

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Die Differenz zwischen verabreichten Immunisierungen und ausgestellten Impfausweisen ist dabei vor allem in den vergangenen Wochen stark angestiegen. So wurden Mitte Dezember „nur“ rund 26 Millionen Zertifikate mehr ausgestellt als Vakzine verimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

Kritik kommt von Oppositions­parteien im Bundestag. Die Bundes­regierung müsse dringend für Klarheit sorgen, erklärte die gesundheits­politische Sprecherin der Fraktion der Linken, Kathrin Vogler. Die AfD-Fraktion mahnte an, dass die „enorme Diskrepanz zwischen den Impfzahlen des RKI und den digitalen Impf­zertifikaten einmal mehr das Datenchaos bei der Bundes­regierung zeigt“, so deren Sprecher für Arbeit und Soziales, René Springer.

RND/sz

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