Die Nacht im Überblick

Moskau blockiert ukrainische Getreideausfuhr – UN wollen Abkommen erhalten

Das mit Getreide beladene Frachtschiff „Lady Zehma" ankert im Marmarameer. Russland hat nach den Drohnenangriffen auf der Krim das Abkommen zum Transport von ukrainischem Getreide aus den Häfen im Schwarzen Meer aufgekündigt. Grund seien die „Terroranschläge" auf die Schwarzmeerflotte in Sewastopol, teilte das Verteidigungsministerium am Samstag in Moskau mit.

Das mit Getreide beladene Frachtschiff „Lady Zehma" ankert im Marmarameer. Russland hat nach den Drohnenangriffen auf der Krim das Abkommen zum Transport von ukrainischem Getreide aus den Häfen im Schwarzen Meer aufgekündigt. Grund seien die „Terroranschläge" auf die Schwarzmeerflotte in Sewastopol, teilte das Verteidigungsministerium am Samstag in Moskau mit.

Kiew/New York. Russland blockiert Getreideexporte aus der Ukraine wieder, doch die Vereinten Nationen geben die Hoffnung auf einen Erhalt der Vereinbarung über die Schiffstransporte nicht auf. „Wir stehen mit den russischen Behörden in dieser Sache in Kontakt“, sagte ein UN-Sprecher am Samstag in New York. Die Getreideausfuhr über die ukrainischen Schwarzmeerhäfen sichere Millionen von Menschen weltweit den Zugang zu Brot. „Es ist unerlässlich, dass alle Seiten jegliche Handlungen unterlassen, die das Getreideabkommen gefährden.“

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Moskau setzte seine Zustimmung zu den Exporten am Samstag aus nach Drohnenangriffen auf Schiffe der Schwarzmeerflotte in Sewastopol. Moskau verschärfe damit den Hunger in Welt, sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Er forderte einen Ausschluss Russlands aus der Zwanzigergruppe großer Industrie- und Schwellenländer (G20).

Christoph Heusgen im Interview: „Wir kehren jetzt zum Kalten Krieg zurück“

Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Christoph Heusgen, sieht in den Androhungen des Atomwaffengebrauchs eine Rückkehr des Kalten Krieges.

Moskau sieht sich bei Getreideexporten benachteiligt

Über die Aussetzung des Getreideabkommens informierte Russland offiziell UN-Generalsekretär António Guterres. Wegen Drohnenangriffen auf russische Schiffe aus dem geschützten Korridor im Schwarzen Meer könne Russland „die Sicherheit von zivilen Schiffen, die im Rahmen der oben genannten Initiative reisen, nicht garantieren“, schrieb der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja an Guterres. Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Auch Amir Abdulla, der UN-Koordinator für die Ausfuhr des ukrainischen Getreides, wurde von russischer Seite informiert. Nach seinen Angaben durchquerten am Samstag neun Schiffe den am Rahmen des Deals eingerichteten Seekorridor.

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Wegen der Angriffe setze Moskau das Abkommen vom Juli „auf unbestimmte Zeit“ aus. Zudem beantragte Russland in der Angelegenheit eine Sitzung des UN-Sicherheitsrates für Montag, wie aus Kreisen des mächtigsten Gremiums der Vereinten Nationen verlautete. Der Getreidedeal war zunächst für vier Monate bis November geschlossen worden. Moskau hatte das Abkommen zuletzt immer wieder kritisiert, weil es sich durch Sanktionen des Westens im Zuge seines Krieges gegen die Ukraine bei den eigenen Getreideexporten ausgebremst sieht.

Kiew: 176 Schiffe mit etwa zwei Millionen Tonnen Getreide stauen sich im Bosporus

Schon seit September verzögere Russland die gemeinsam mit den UN, der Türkei und der Ukraine durchgeführten Kontrollen von Schiffen vor Durchfahrt durch den Bosporus, sagte Selenskyj. Dort steckten 176 Schiffen mit etwa zwei Millionen Tonnen Getreide im Stau. „Warum kann eine Handvoll Personen irgendwo im Kreml entscheiden, ob es Essen auf den Tischen der Menschen in Ägypten oder in Bangladesch geben wird?“

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Nötig sei eine starke Reaktion der Vereinten Nationen, aber auch der G20. „Russland gehört nicht in die G20“, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Moskau blockiere unter einem Vorwand die Transporte, „die Lebensmittelsicherheit für Millionen Menschen bedeuten“, kritisierte der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba.

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US-Präsident Joe Biden nannte das russische Vorgehen am Samstag empörend und betonte, dass es für mehr Hunger auf der Welt sorgen werde. „Russland setzt Nahrungsmittel erneut als Waffe in dem Krieg, den es begonnen hat, ein“, kritisierte US-Außenminister Antony Blinken. Er rief die russische Regierung dazu auf, wieder die Vereinbarung zur sicheren Passage ukrainischer Getreidetransporte einzuhalten.

Drohnenangriff auf russische Schwarzmeerflotte in Sewastopol

Für die nächtlichen Angriffe auf Schiffe der Schwarzmeerflotte in Sewastopol auf der Krim machte Russland die Ukraine verantwortlich. Sie sei dabei von britischen Instrukteuren unterstützt worden, teilte das russische Verteidigungsministerium in Moskau mit.

Die am 17.02.2022 von Planet Labs PBC herausgebene Aufnahme zeigt die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim mit dem Hafen der Russischen Schwarzmeerflotte.

Die am 17.02.2022 von Planet Labs PBC herausgebene Aufnahme zeigt die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim mit dem Hafen der Russischen Schwarzmeerflotte.

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Bei dem Angriff wurden nach Moskauer neun fliegende Drohnen eingesetzt und sieben Schwimmdrohnen - unbemannte ferngesteuerte Boote. Sie seien alle abgeschossen worden. Den offiziellen Angaben nach wurden das Minenräumboot „Iwan Golubez“ und einige Hafenanlagen beschädigt. Videoaufnahmen, die angeblich den Angriff zeigen, legen aber nahe, dass noch mehr Schiffe getroffen worden sein könnten.

Ungeachtet der Kämpfe tauschten beide Seiten am Samstag erneut jeweils 50 Kriegsgefangene aus. Damit seien seit Kriegsbeginn mehr als 1000 ukrainische Gefangene heimgeholt worden, sagte Selenskyj.

Ringtausch: Slowenien liefert der Ukraine Panzer

Slowenien hat nach Medienberichten in Ljubljana 28 modernisierte Panzer des sowjetischen Bautyps M55S an die Ukraine übergeben. Dafür soll das EU- und Nato-Mitglied 35 starke Militärlastwagen und 5 Tankwagen aus Deutschland bekommen. Es ist eines der sogenannten Ringtausch-Projekte, bei denen Deutschland der Ukraine nicht direkt hilft, sondern den Nato-Partnern, die Technik an Kiew abgeben.

Kyiv, Ukraine - 20.10.2022: Potrait of the founding members of the Ukrainian NGO ‚Boomboard‘, who sell 25 personalized characters to be printed on bombs dropped by the ukranian-made ‚Punisher‘-drone over Russian positions. For more money you can also have your picture printed, or stickers. One can also buy a whole bomb or even a whole drone for 50.000 US-Dollar, to be paid via wire-transfer, PayPal, credit-card or even crypto-currency.
From left to right: Andrii Nedilko, Liuba Halan, Mykola Ryfytva.

Bombengrüße an die russischen Invasoren

Ihrer Wut auf die russischen Besatzer können sich Ukrainer jetzt im wahrsten Sinn des Wortes mit explosiven Botschaften Luft machen: Junge Freiwillige in Kiew drucken sie auf Bomben, mit denen russische Stellungen angegriffen werden. Mit dem Projekt werden Spenden gesammelt – um mehr Kampfdrohnen zu kaufen.

Als zivile Hilfe übergab Deutschland 16 Generatoren zur Stromerzeugung, wie die deutsche Botschaft in Kiew mitteilte. Am Stromnetz der Ukraine gibt es wegen fortdauernder russischer Luftangriffe große Schäden. Landesweit kommt es immer wieder zu Stromsperren, um Energie zu sparen und das Netz zu stabilisieren.

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Ukrainischer Botschafter Makeiev gegen Asyl für Kriegsdienstverweigerer

Der neue ukrainische Botschafter in Berlin, Oleksii Makeiev, hat vor der Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer gewarnt. „Es wäre falsch von Deutschland, russische Deserteure aufzunehmen“, sagte der der „Bild am Sonntag“. Er nannte diese Russen ein Sicherheitsrisiko.

Die Flüchtlinge vor der vom russischen Präsidenten Wladimir Putin angeordneten Teilmobilmachung seien „junge Männer, die nichts bereuen“, sich aber vor dem Militärdienst drücken wollten, sagte der Makeiev. Die Bundesregierung hatte Mitte Oktober erklärt, die Entscheidungspraxis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zur Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer werde aktuell überprüft.

Makeiev ist seit Montag offiziell neuer Botschafter seines Landes in Deutschland und Nachfolger von Andrij Melnyk.

RND/dpa

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