Aus der Region Cherson

Ukraine: Russlands Verwaltungschef lässt Getreide außer Landes bringen

Eine Frau protestiert in London für die Befreiung der von Russland besetzten Region Cherson.

Eine Frau protestiert in London für die Befreiung der von Russland besetzten Region Cherson.

Medienberichten zufolge hat die russische Militärverwaltung in der Region Cherson im Südosten der Ukraine damit begonnen, Getreide nach Russland zu „exportieren“. Das erklärte der stellvertretende Leiter der von Russland eingesetzten Militär- und Zivilverwaltung der Region, Kirill Stremoussow, gegenüber der Nachrichtenagentur Tass.

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Auf dem Nachrichtendienst Twitter wurden Videos verbreitet, die lange Lkw-Schlangen zeigen sollen, die ukrainisches Getreide außer Landes schaffen.

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Die Region Cherson bereite sich jetzt auf die Ernte des Wintergetreides vor, die am 20. Juni beginnen werde, so Stremoussow.

Die ukrainische Regierung hat Russland vorgeworfen, Getreide und landwirtschaftliche Ausrüstung in von dem Land eingenommenen ukrainischen Gebieten zu plündern. Die USA haben kritisiert, Russland gefährde die weltweite Lebensmittelversorgung, indem es die Ukraine daran hindere, ihre Ernte ins Ausland zu bringen.

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Russland hält Teile der Region seit Beginn des Krieges besetzt und unternimmt konkrete Schritte zur Abspaltung des Gebietes: Die neu ernannten pro-russischen Behördenvertreter haben bereits den Wunsch geäußert, dass die Region an Russland angeschlossen wird.

Russlands Staatschef Wladimir Putin unterzeichnete am Mittwoch einen Erlass, um die Bewohner der Region in einem vereinfachten Verfahren mit russischen Pässen auszustatten.

Vor wenigen Tagen kündigte der von Russland eingesetzte stellvertretende Verwaltungschef Stremoussow außerdem an, Moskau um die Errichtung eines Militärstützpunkts zu bitten: „Es sollte einen russischen Militärstützpunkt in der Region Cherson geben“, zitierte ihn die staatliche russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

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Anfang Mai wurde in der Region außerdem der Rubel eingeführt, der innerhalb von vier Monaten die ukrainische Währung, die Hrywnja, ersetzen soll. Schon seit Wochen ist der Zugang zu ukrainischem Fernsehen blockiert, ukrainische Internetprovider sind gesperrt.

Nach ukrainischen Behördenangaben hätten die vom Kreml installierten Vertreter mit der Ausstrahlung russischer Nachrichtensendungen begonnen und russische Lehrpläne an den Schulen eingeführt. Außerdem soll laut der russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti in der Region die Moskauer Zeit eingeführt worden sein.

Ukraine meldet Rückeroberungen

In der Nacht zu Montag meldete der ukrainische Generalstab, die Streitkräfte seien im Süden der Region zum Gegenangriff übergegangen. In der Nähe der drei Dörfer Andrijiwka, Losowe und Bilohirka sei die russische Armee zurückgedrängt worden. „Cherson, bleib standhaft, wir sind nah“, erklärte der Generalstab auf Facebook. Die ukrainischen Truppen errichten demnach rund um Cherson Verteidigungslinien. Von russischer Seite gab es dazu zunächst keine Angaben.

Für Menschen, die aus der Region und auch vor den Kämpfen fliehen wollen, wird es immer schwieriger. Die Fluchtrouten in die Westukraine sind inzwischen geschlossen. Lediglich in Richtung der besetzten Halbinsel Krim könne man das Gebiet noch verlassen.

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Russische Truppen verstärken Angriff in Ostukraine

Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj ist die Lage im Donbass unbeschreiblich schwierig.

Die Region hat eine große strategische Bedeutung, weil sie eine Landverbindung zwischen der bereits 2014 annektierten Halbinsel Krim und den von Russland unterstützten Separatistengebieten im Donbass in der Ostukraine darstellt, außerdem ist die Stadt Cherson einzige Gebietshauptstadt der Ukraine, die die russischen Truppen kontrollieren.

Vor dem Krieg lebten in der Großstadt Cherson im Südosten der Ukraine fast 300.000 Menschen.

RND/dpa/AP/ao

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