Saudi Aramco, BP, Shell, Exxon, Chevron, Total

Vorwurf, Kriegsgewinnler zu sein: US-Präsident Biden beschuldigt Ölkonzerne der Preistreiberei

US-Präsident Joe Biden

US-Präsident Joe Biden

Dubai. Der vom russischen Angriffskrieg in der Ukraine ausgelöste rasante Anstieg der Energiepreise hat den Ölkonzernen im dritten Quartal hohe Gewinne eingebracht. Am Dienstag meldete der saudische Ölriese Aramco einen Profit von 42,4 Milliarden Dollar, 39 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die britische BP gab einen Gewinnsprung auf 8,15 Milliarden Dollar bekannt, von 3,32 Milliarden im dritten Quartal 2021.

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Die hohen Gewinne der Ölkonzerne bei weltweit hoher Inflation haben Diskussionen über ein sogenannte Übergewinnsteuer ausgelöst. In Großbritannien gibt es sie bereits, BP gab an, 778 Millionen Dollar dafür abgeführt zu haben. Der neue britische Premierminister Rishi Sunak denkt über Forderungen an seine Regierung nach, diese Steuer angesichts eines Lochs in der Haushaltskasse von 40 Milliarden Pfund (46 Milliarden Euro/Dollar) zu erhöhen.

US-Präsident Biden kündigt Übergewinnsteuer für Ölkonzerne an

Wer so hohe Gewinne erziele, habe die Verantwortung, im Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher, der Gesellschaft und des Landes zu handeln, so Biden.

Biden: Ölkonzerne sind Kriegsgewinnler

US-Präsident Joe Biden brachte eine Woche vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress eine solche Steuer in den USA ins Spiel. Ölkonzernen warf er am Montag vor, Kriegsgewinnler zu sein und beschuldigte sie der Preistreiberei. Sie erzielten Rekordgewinne, weigerten sich aber zugleich, einen Beitrag zur Entlastung der Bürger an den Zapfsäulen zu leisten, sagte Biden. Er drohte, gemeinsam mit dem Kongress eine Strafsteuer auf Öl zu prüfen, sollten die Unternehmen einen Teil ihrer Profite nicht in die Senkung der Preise investieren.

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Aramco-CEO Amin Nasser sagte, der Konzern rechne langfristig mit einer wachsenden Ölnachfrage in diesem Jahrzehnt. Denn die Welt brauche „mehr bezahlbare und verlässliche Energie“. Sein BP-Kollege Bernard Looney betonte, dass sein Konzern einen Teil des Gewinns in Projekte für erneuerbare Energie leite.

Für Aramco war es der zweithöchste Quartalsgewinn in der Geschichte des überwiegend staatseigenen Unternehmens. Der Rekord wurde im Quartal davor mit 48,4 Milliarden Dollar aufgestellt. Der Gewinn bislang in diesem Jahr steht bei 130,3 Milliarden Dollar. 2021 waren es zu diesem Zeitpunkt 77,6 Milliarden Dollar.

Vergangene Woche meldete der US-Konzern Exxon Mobil einen Rekordgewinn von 19,66 Milliarden Dollar im dritten Quartal, Chevron kam mit 11,23 Milliarden Dollar knapp an seinen Rekord, aufgestellt im zweiten Quartal, heran. Shell meldete einen mehr als doppelt so hohen Gewinn von 9,45 Milliarden Dollar, und auch der französische Konzern Total lag weit über den Vorjahreszahlen.

RND/AP

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