Lob aus Washington

Plötzlich versöhnliche Töne: US-Präsident Biden plant Reise nach Saudi-Arabien

US-Präsident Joe Biden

US-Präsident Joe Biden

US-Präsident Joe Biden will angesichts der hohen Benzinpreise in den kommenden Wochen nach Saudi-Arabien reisen. Nach Berichten der Nachrichtenagentur AP werde Biden demnach dort mit Kronprinz Mohammed bin Salman zusammentreffen, den er noch vor wenigen Jahren als Vergeltung für den brutalen Mord am Journalisten Jamal Khashoggi international isolieren wollte.

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Am Donnerstag sendete das Weiße Haus bereits auffallend versöhnliche Signale in Richtung Riad. Die US-Regierung begrüße Saudi-Arabiens Rolle bei der jüngsten Entscheidung des Ölkartells Opec+, im Juli und im August die Tagesfördermenge um jeweils rund 648.000 Barrel zu steigern, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre.

Biden selbst hatte das Königreich zuvor für dessen Einwilligung in die Verlängerung eines Waffenstillstands der Kriegsparteien im Jemen um weitere zwei Monate gelobt. Die Feuerpause zwischen der von Riad gestützten international anerkannten Regierung des Jemen und den Huthi-Rebellen war Anfang April in Kraft getreten.

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Die warmen Worte markieren einen scharfen Kontrast zu Bidens Rhetorik als Präsidentschaftskandidat. Im Wahlkampf ums Weiße Haus hatte er noch angekündigt, Saudi-Arabien wegen des Mordes an Khashoggi wie einen „Pariastaat“ behandeln zu wollen. Neben der brutalen Tötung des saudischen Kolumnisten, für die US-Geheimdienste Kronprinz Mohammed direkt verantwortlich machten, gibt es im Hinblick auf Menschenrechte auch einige andere Vorwürfe gegen das Königshaus.

Aus US-Regierungskreisen verlautete aber nun, Biden könnte versuchen, in Riad Zusagen bei Ölliefermengen zu erwirken, die amerikanischen Verbrauchern Entlastung an den Zapfsäulen bringen würden. Biden will Ende Juni nach Europa reisen und könnte einen Stopp in Riad anhängen. Geplant sei dann dort neben einem Treffen mit Kronprinz Mohammed, dem De-facto-Herrscher des Landes, auch eine Zusammenkunft mit dessen Vater König Salman sowie ein Gipfel mit den Staatschefs der Länder des Golfkooperationsrats. Wenn Biden Stopp in Saudi-Arabien macht, würde er wohl auch Israel kurz besuchen.

RND/AP

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