Russischer UN-Botschafter Wassili Nebensja

Vorwurf aus Moskau: Westen in Kiews „schmutzige Bombe“ verwickelt

Wassili Nebensja, Botschafter von Russland bei den Vereinten Nationen, hält während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates im UN-Hauptquartier Fotos hoch (Archivbild).

Wassili Nebensja, Botschafter von Russland bei den Vereinten Nationen, hält während einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates im UN-Hauptquartier Fotos hoch (Archivbild).

Kiew. Russland hält eine Verwicklung westlicher Staaten in die von ihm unterstellten Pläne der Ukraine für den Einsatz einer Bombe mit radioaktiven Material für möglich. Das russische Verteidigungsministerium habe Informationen, denen zufolge der Einsatz einer „schmutzigen Bombe“ von westlichen Staaten unterstützt werden könnte, sagte der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja. Russland betrachte den Einsatz einer solchen Waffe als Nuklearterrorismus, für den die Ukraine und ihre westlichen Unterstützer volle Verantwortung trügen.

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Russland hat der Ukraine vorgeworfen, den Einsatz einer „schmutzigen Bombe“ zu planen, durch die Radioaktivität freigesetzt wird, die große Gebiete nuklear verseuchen können. Beweise legte die Regierung in Moskau nicht vor. Aus Kiew hieß es postwendend, Russland bringe solche Anschuldigungen vor, weil es selbst einen solchen Angriff plane. Die westlichen Atommächte erklärten die russischen Anschuldigungen für falsch. „Das ist einfach nicht wahr. Wir wissen, dass es nicht wahr ist“ sagte etwa der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby.

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„Wir haben keinen neuen Beweise gehört oder gesehen“

Der UN-Sicherheitsrat beschäftigte sich am Dienstag hinter verschlossenen Türen mit den russischen Vorwürfen. Auf die Frage, welche Beweise Russland dafür habe, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Bau einer „schmutzigen Bombe“ angeordnet habe, sagte Nebensjas Stellvertreter Dmitri Poljanski, es handle sich um Geheimdienstinformationen, der befugten Personen am Telefon erläutert worden seien. „Wer verstehen wollte, dass diese Drohung ernst gemeint ist, hatte alle Möglichkeiten, es zu verstehen. Wer es als russische Propaganda zurückweisen wollte, wird das sowieso tun“, sagte Poljanski. Inspektoren der Internationale Atomenergiebehörde IAEA könnten die Vorwürfe prüfen.

Der stellvertretende britische UN-Botschafter James Kariuki sagte nach dem Sicherheitsratstreffen: „Wir haben keinen neuen Beweise gehört oder gesehen“. Großbritannien, die USA und Frankreich hätten klargestellt, dass sie die russischen Vorwürfe für offensichtlich falsch und eine reine Desinformation hielten. „IAEA-Inspektoren sind unterwegs“, sagte Kariuki.

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US-Präsident Joe Biden sagte auf die Frage, ob Russland nach diesen Vorwürfen den Einsatz einer taktischen Nuklearwaffe vorbereite: „Russland würde einen unglaublich schweren Fehler begehen, wenn es eine taktische Atomwaffe einsetzen sollte.“

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Russland hat zudem verlangt, der Sicherheitsrat solle sich am Donnerstag mit dem Vorwurf befassen, in der Ukraine gebe es geheime Biowaffenlabore der USA. Der Sicherheitsrat solle eine Kommission einrichten, die diesen Verstoß gegen die Konvention zum Verbot biologischer Waffen prüfen solle. Nebensja hatte diesen Vorwurf bereits kurz nach Beginn der russischen Invasion Ende Februar erhoben.

RND/AP

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