Wer wird Großbritanniens nächster Premier?

Wahl von Johnsons Nachfolge beginnt: Truss in Umfragen vorn

26.07.2022, Großbritannien, London: Rishi Sunak und Liz Truss (r) sowie Moderatorin Kate McCann (M) stehen in den Ealing Studios von TalkTV für «The Suns Showdown: The Fight for No10», der letzten direkten Debatte der Kandidaten um die Nachfolge des britischen Premiers Johnson. Bis zum 5. September sollen die Mitglieder der Konservativen Partei in Großbritannien entscheiden, wer Johnson als Parteichef und Premier nachfolgen soll.

26.07.2022, Großbritannien, London: Rishi Sunak und Liz Truss (r) sowie Moderatorin Kate McCann (M) stehen in den Ealing Studios von TalkTV für «The Suns Showdown: The Fight for No10», der letzten direkten Debatte der Kandidaten um die Nachfolge des britischen Premiers Johnson. Bis zum 5. September sollen die Mitglieder der Konservativen Partei in Großbritannien entscheiden, wer Johnson als Parteichef und Premier nachfolgen soll.

Exeter. Die Mitglieder der Konservativen Partei in Großbritannien haben seit Montag die Wahl über die Nachfolge von Premierminister Boris Johnson. Zur Abstimmung stehen Außenministerin Liz Truss und Ex-Finanzminister Rishi Sunak, die am Abend bei einer Wahlkampfveranstaltung im südwestenglischen Exeter um Stimmen warben. „Es ist Zeit, mutig zu sein“, sagte Truss zu den Parteimitgliedern.

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Der 42-jährige Sunak, der in Umfragen hinten liegt, versprach „radikale“ Steuersenkungen, um die Bürger für „harte Arbeit“ zu belohnen und Wachstum zu fördern. Gegner werfen ihm allerdings vor, er sei für die höchste Steuerlast seit 70 Jahren verantwortlich. Truss will ebenfalls die Steuern senken, aber im Gegensatz zu Sunak will sie dabei deutlich schneller vorgehen.

„Kandidatin der Hoffnung“

Die 47-jährige Favoritin bekam prominente Unterstützung von Handelsstaatssekretärin Penny Mordaunt, die als Drittplatzierte aus dem innerparteilichen Wettbewerb um die Johnson-Nachfolge ausgeschieden war und sich am Montag überraschend hinter Truss stellte. „Ich könnte jetzt Pina Coladas schlürfen. Aber ich bin hier, denn das hier ist zu wichtig“, sagte Mordaunt in Exeter. Truss sei für sie die „Kandidatin der Hoffnung“.

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Truss gilt auch deshalb als Favoritin, weil sie den scheidenden Premier Johnson wiederholt in Schutz nahm und ihm loyal zur Seite stand. Mit dem aktuellen Finanzminister Nadhim Zahawi stellte sich ein weiterer prominenter Fürsprecher an die Seite von Truss.

Sunak und Truss im Rennen um Johnson-Nachfolge

Ex-Finanzminister Rishi Sunak oder Außenministerin Liz Truss. Einer von beiden wird demnächst in der Downing Street Number 10 einziehen.

Die Partei hatte angekündigt, dass die Mitglieder ihre Wahlzettel zwischen dem 1. und 5. August erhalten. Sie können dann bis zum 2. September per Brief oder online ihre Stimme abgeben - und die Entscheidung bis dahin noch einmal ändern. Das Ergebnis soll am 5. September verkündet werden. Die Siegerin oder der Sieger zieht dann auch in den Regierungssitz in der Downing Street ein. Der amtierende Premier Johnson hatte am 7. Juli nach beispiellosem Druck aus dem Kabinett seinen Rückzug angekündigt. Vorausgegangen waren mehrere Skandale. Viele Konservative bedauern Johnsons Abgang.

Spannend wird nun sein, ob Truss und Sunak in den kommenden Wochen den Ton ändern. An diesem Donnerstag treffen sie in einem TV-Duell aufeinander. Bis zum Ende der Abstimmungsfrist sind zudem noch zehn weitere Regionalkonferenzen geplant, sogenannte Hustings, auf denen sich die beiden Kandidaten den Fragen der Parteibasis stellen.

Bruchteil der Briten wählen Tory-Spitze

Wahlberechtigt sind alle Mitglieder, die spätestens am 3. Juni in die Tory-Partei eingetreten sind. Für Kritik sorgt wie bei früheren Stichwahlen, dass nur ein kleiner Kreis von Menschen über die Person an der Spitze des Landes mit etwa 67 Millionen Einwohnern entscheidet.

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Die Konservativen machen keine Angaben zur Zahl ihrer Mitglieder. Die Partei teilte lediglich mit, dass es mittlerweile mehr Stimmberechtigte gebe als bei der Wahl von Boris Johnson 2019. Damals beteiligten sich etwa 160 000 Menschen, rund 0,3 Prozent der gesamten Wählerschaft. Schätzungen gehen nun von bis zu 200 000 Mitgliedern aus. Eine vorgezogene Parlamentswahl nach der Entscheidung wird zwar von der Opposition gefordert, ist aber nicht vorgeschrieben. Die nächste reguläre landesweite Abstimmung ist für 2024 geplant.

RND/dpa

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