Partie gegen Japan

Innenministerin Faeser reist zum deutschen WM-Spiel nach Katar

Nancy Faeser (SPD), Bundesministerin des Innern und Heimat, spricht zu Journalisten.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD).

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) soll am Mittwoch zum deutschen Auftaktspiel bei der Weltmeisterschaft nach Katar reisen. Das bestätigte ein Ministeriumssprecher der Nachrichtenagentur AFP. Die von Hansi Flick trainierte Nationalmannschaft trifft am Mittwoch (14 Uhr deutscher Zeit) zum Turnierauftakt auf Japan. Faeser wolle die deutsche Mannschaft unterstützen, ergänzte der Sprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur

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Faeser will offenbar mit katarischer Regierung sprechen

Gleichzeitig habe die Ministerin betont, den Dialog mit der katarischen Regierung zu Reformen insbesondere im Bereich der Menschenrechte fortsetzen zu wollen, sagte der Sprecher. Faeser hatte bereits Anfang November Katar besucht und damals angekündigt, zum ersten Spiel der deutschen Mannschaft fahren zu wollen.

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Dass das Sportevent in Katar stattfindet, sorgt bei Menschenrechtlern wegen des Umgangs mit Arbeitsmigranten und sexuellen Minderheiten in dem arabischen Land für Kritik. Faeser betonte mehrfach, dass ihr bei ihrem damaligen Besuch eine Sicherheitsgarantie für alle Fans gegeben habe. In der Türkei führt Faeser unter anderem Gespräche zur Migrationslage.

Faeser trifft türkischen Amtskollegen Soylu

Faeser war am Montag zu einem Besuch in die Türkei aufgebrochen. In Ankara soll sie unter anderem ihren türkischen Amtskollegen Süleyman Soylu treffen, hieß es aus dem Ministerium der SPD-Politikerin. Faesers Reise erfolgt einen Tag nach türkischen Luftangriffen auf Stellungen kurdischer Milizen im Nordirak und in Nordsyrien – und eine Woche nach dem Anschlag mit sechs Toten in Istanbul. Für Letzteren macht die Türkei die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und die syrische Kurdenmiliz YPG verantwortlich. Beiden galten die Luftangriffe.

Die Türkei hat Deutschland immer wieder ein zu lasches Vorgehen gegen die PKK, die auch in Deutschland als Terrororganisation gilt, vorgeworfen. Vor der Reise hieß es aus dem Bundesministerium, es sollten unter anderem das Thema Migration und die deutsch-türkische Zusammenarbeit bei der Terrorismusbekämpfung besprochen werden.

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Süleyman Soylu hatte nach dem Anschlag am 13. November den Nato-Partner USA eine Mitschuld gegeben und mit dieser Aussage für Aufsehen gesorgt. Der Innenminister gilt als nationalistischer Hardliner im Kabinett von Präsident Recep Tayyip Erdogan.

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FDP will Vergabekodex für Olympia und Weltmeisterschaften

Die FDP hat die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Katar als Fehler bezeichnet und für die Zukunft einen Vergabekodex gefordert. Verbandsvertreter aus Deutschland sollten nur noch zustimmen, wenn die Gastgeberländer demokratische und menschenrechtliche Standards erfüllten und garantierten, heißt es in einem am Montag gefassten Präsidiumsbeschluss der Partei. „Die Verbände müssen sich zudem klar gegen Korruption stellen“, wird gefordert.

Zudem dürfe es keine indirekte Finanzierung von autoritären Regimen durch öffentliche Fernsehgelder geben. „So haben ARD und ZDF für den Erwerb der TV-Rechte an der WM in Katar geschätzt über 200 Millionen Euro ausgegeben“, stellte die FDP fest. Sie hält ein „Demokratiesiegel“ beim Kauf von Übertragungsrechten von Sportgroßveranstaltungen für nötig.

Erwartungen, dass Weltmeisterschaften und Olympische Spiele in den Austragungsländern zu demokratischen Reformen und Öffnungen führen, hätten sich in der Vergangenheit oft nicht erfüllt. Der Beschluss nennt Russland nach 2014 und 2018 und China nach 2008 und den Winterspielen 2022. Festgestellt wird: „Die Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft an Katar war ein Fehler.“

RND/nis mit dpa

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