Gerichtsprozess in den USA

Zementhersteller Lafarge: Konzern muss wegen Deals mit dem IS Millionenstrafe zahlen

Der französische Zementhersteller ist in den USA zu einer Strafe von knapp 780 Millionen Dollar für Geschäfte mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien verurteilt worden.

Der französische Zementhersteller ist in den USA zu einer Strafe von knapp 780 Millionen Dollar für Geschäfte mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien verurteilt worden.

New York. Der französische Zementhersteller Lafarge hat die Zahlung eines Millionenbetrages an die Terrororganisation Islamischer Staat eingeräumt und einer Buße von 778 Millionen Dollar (rund 795 Millionen Euro) zugestimmt.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Das Geld an den IS sei gezahlt worden, damit eine 680 Millionen Dollar teure Fabrik im Bürgerkriegsland Syrien weiterarbeiten könne, räumte Lafarge am Dienstag vor einem US-Bundesgericht in New York ein. Die Firma stimmte einer Strafzahlung von 91 Millionen Dollar zu. Hinzu kommt ein Bußgeld von 687 Millionen Dollar.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, Lafarge habe 2013 und 2014 an den IS und die Al-Nusra-Front fast sechs Millionen Dollar gezahlt, als diese Gruppen ihr brutales Vorgehen gegen syrische Zivilisten verschärft und Anschlagspläne gegen US-Bürger geschmiedet hätten. „Es gibt schlicht keine Rechtfertigung für ein multinationales Unternehmen, Zahlungen freizugeben, die für terroristische Organisationen bestimmt sind“, sagte Matthew Olsen vom US-Justizministerium.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nach Angaben des Justizministeriums handelt es sich um den ersten Fall dieser Art. Die Zahlungen erfolgten laut Staatsanwaltschaft, bevor Lafarge mit dem Schweizer Unternehmen Holcim fusionierte. Das Geld wurde genutzt, um Angestellte zu schützen und Wettbewerbsvorteile zu wahren.

Ermittlungen laufen auch in Frankreich

Wegen des Vorgehens von Lafarge ist bereits in Frankreich ermittelt worden. Lafarge wurde 2014 wegen Finanzierung einer Terrororganisation und Komplizenschaft bei Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorläufig angeklagt. Der zweite Teil der Klage wurde abgewiesen. Vor gut einem Jahr ordnete das Oberste Gericht Frankreichs eine Neuverhandlung an.

Holcim erklärte, es habe mit dem Vorgehen von Lafarge in Syrien nichts zu tun, davon erst nach der Fusion erfahren und die bei Lafarge Verantwortlichen entlassen.

RND/AP

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Verwandte Themen

Letzte Meldungen