Sabine Postel: „Mord und Totschlag will ich nicht mehr sehen“

Die Schauspielerin Sabine Postel.

Die Schauspielerin Sabine Postel.

RND: Frau Postel, wegen des großen Erfolgs der Serie „Die Kanzlei“ gibt es jetzt ein Spielfilmspecial. Was macht die Serie so beliebt?

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Postel: Ein Faktor ist sicherlich, dass Herbert Knaup und ich als Gespann gut rüberkommen. Die meisten Zuschauer einer solchen Serie sind ja selber keine 20 Jahre mehr, die freuen sich, wenn lebenserfahrene Menschen in den Hauptrollen agieren. Ein anderer wichtiger Grund: Es gibt zurzeit ja wirklich Krimis ohne Ende im Fernsehen, zugleich ist unsere Realität im Moment sehr belastend, und da sehen die Leute gerne eine Serie, die zwar einen realistischen Anspruch hat, aber auf humorvolle Art doch immer zu einem guten Ende kommt.

Und das aus dem Mund einer Schauspielerin, die viele Jahre lang selber „Tatort“-Kommissarin war?

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Ach, ich merke das doch an mir selber. Im Moment, wo wir mit so vielen Problemen zu kämpfen haben, da will ich doch abends nach den Nachrichten nicht noch Mord und Totschlag sehen, mein Limit ist da manchmal erreicht. Ich mag dann einfach nicht mehr, und so geht es, glaube ich, vielen.

Apropos Corona: Wegen des ersten Lockdowns konnte der „Kanzlei“-Film nicht wie geplant im Frühjahr 2020 gedreht werden.

Richtig, wir haben dann im September 2020 gedreht. Wir waren alle unglaublich euphorisch, dass wir wieder arbeiten durften, das hat uns beseelt, es war eine wunderbare Stimmung am Set. Unser Corona-Beauftragter war sehr streng, er hat auf diese Art verhindert, dass es zu Ansteckungen kam, aber mit seiner Vorsicht natürlich manchmal auch kreative Prozesse verhindert. Er stob immer mit seinem Maßband dazwischen und sagte: „Das sind aber keine 1,50 Meter Abstand, so dürft ihr das nicht drehen!“ Eine Kussszene, die ich im Film habe, war ein akrobatischer Höhepunkt, wir durften uns ja nicht mit den Mündern berühren, es sollte aber so aussehen als ob. Ich glaube aber, man sieht es im Film nicht, was wir da für Verrenkungen gemacht haben.

Haben Sie Einfluss auf die Rollengestaltung bei Isa von Brede?

Die Vorlagen sind so gut, da halte ich mich zurück. Aber bestimmte Macken, die diese Frau hat, die neurotischen Anfälle, ihr Putzwahn, ihre Pillen, ihr hysterisches Abwischen von Oberflächen, das hatte ich mir ursprünglich selber gewünscht. Leider hat uns die Realität da böse eingeholt: Früher haben die Leute gelacht, da war das skurril, dass Isa von Brede keine Türklinke anfasst, ohne sich danach drei Stunden die Hände zu waschen. In Zeiten von Corona ist das nicht mehr lustig, deshalb haben wir es zuletzt auch reduziert.

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Im aktuellen Film erfahren Fans der Serie, warum Isa von Bredes Verhältnis zu ihrer Mutter so gestört ist und wie schwer ihre Kindheit war. Wie erinnern Sie sich denn an Ihre eigene Kindheit?

Ich hatte immer ein ganz tolles Verhältnis zu meinen Eltern. Ich war ein Einzelkind und sie haben mir alle Freiheiten und alle Möglichkeiten geschenkt. Ich bin mit 18 nach dem Abi gleich auf die Schauspielschule, ich habe zu einem Zeitpunkt die Familie verlassen, wo alle sich nur traurig in den Armen lagen. Wir sind immer sehr liebevoll miteinander umgegangen, und das ist zwischen meiner Mutter und mir bis heute so geblieben. Mein Vater lebt ja leider nicht mehr. Unser reales Mutter-Tochter-Verhältnis ist das Gegenteil von dem, was da im Film abgebildet ist.

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