Bis zu 10 Euro waren geplant

Never-ending-Story: Venedig verschiebt Eintrittsgebühr erneut

Touristenmassen auf dem Markusplatz in Venedig (Archivfoto).

Touristenmassen auf dem Markusplatz in Venedig (Archivfoto).

Die pittoreske Lagunenstadt Venedig ist in den Jahren vor der Pandemie immer mehr zu einem Freizeitpark verkommen: Täglich schoben sich Massen an Touristinnen und Touristen durch die schmalen Gassen und über die kleinen Brücken – 2019 ächzte Venedig unter 25 Millionen Besucherinnen und Besuchern. Die ureigenen Einwohnerinnen und Einwohner ergriffen vielfach die Flucht.

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Um die Besucherströme besser lenken zu können und gleichzeitig mehr Geld für die Instandhaltung sowie die Reinigung der historischen Stadt zur Verfügung zu haben, diskutiert die italienische Regierung seit etwa drei Jahren über eine Eintrittsgebühr für Tagestouristinnen und ‑touristen. Doch seit 2019 wird die Einführung immer wieder nach hinten verschoben.

Zuletzt hatte die Lagunenstadt den 16. Januar 2023 als Starttermin genannt, doch auch dieser Termin kann nicht eingehalten werden. Der Stadtrat hat laut Berichten italienischer Medien beschlossen, dass die Gebühr mindestens ein halbes Jahr später eingeführt werde. Grund dafür sind unter anderem logistische Probleme.

Eintritt für Venedig soll bis zu 10 Euro betragen

Wie die italienische Tageszeitung „La Stampa“ berichtet, soll die Eintrittsgebühr, die bereits vor dem Besuch der Stadt entrichtet werden muss, in der Nebensaison 3 Euro und in der Hauptsaison 10 Euro betragen. Die Bezahlung soll mithilfe einer App abgewickelt werden. Wer versucht, die Gebühren zu umgehen, muss mit einem Bußgeld von bis zu 450 Euro rechnen.

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Betroffen sind von der neuen Regelung nur Tagestouristinnen und Tagestouristen. Reisende, die länger als einen Tag in Venedig bleiben und ein Hotelzimmer gebucht haben, müssen kein Eintrittsgeld zahlen. Sie zahlen ohnehin bereits eine Bettensteuer zwischen einem und 5 Euro pro Nacht. Einheimische und ihre Verwandten sowie Kinder unter sechs Jahren sind von den Gebühren ebenfalls ausgenommen.

Einführung war bereits für 2019 geplant

Die „contributo di sbarco“, was übersetzt „Gebühr fürs Von-Bord-Gehen“ heißt, wurde bereits zu Beginn des Jahres 2019 als Teil eines neuen Haushaltsplans von Venedig verabschiedet. Ab dem darauffolgenden Mai sollte die neue Regelung dann eigentlich greifen.

Doch wegen unterschiedlicher Gründe wird die Umsetzung seither immer wieder verschoben. Mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie wurde die Gebühr sogar um ein ganzes Jahr nach hinten verlegt, da regulierende Maßnahmen in dieser Zeit überflüssig geworden waren.

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Große Kreuzfahrtschiffe aus der Altstadt verbannt

Ein wichtiger Punkt in Richtung nachhaltiger Tourismus, den die Regierung bereits umgesetzt hat, ist die Verbannung großer Kreuzfahrtschiffe aus Venedigs Altstadt. Im Juli dieses Jahres hatte Italiens Infrastrukturminister Enrico Giovannini bekannt gegeben, dass Schiffe mit mehr als 25.000 Bruttoregistertonnen Gewicht, mehr als 180 Metern Länge oder mehr als 35 Metern Höhe künftig einen Bogen um die Stadt machen müssen. In Kraft trat die neue Regelung am 1. August.

Der Druck auf die italienische Regierung, endlich etwas gegen die Kreuzfahrtschiffe zu unternehmen, war in den Wochen vor der Verkündung Giovanninis extrem gestiegen. Denn die Unesco hatte damit gedroht, Venedig auf die Rote Liste zu setzen. Darauf befinden sich alle Weltkulturerbe-Stätten, die diesen Status in naher Zukunft verlieren könnten.

RND/jaf

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