Warum Flugtickets 2022 erneut teurer werden

Ein Flugzeug mit Kondensstreifen ist am Himmel zu sehen.

Ein Flugzeug mit Kondensstreifen ist am Himmel zu sehen.

99 Cent für einen Flug von Berlin nach London – inklusive Steuern und Gebühren. Dieses Angebot gab es tatsächlich mal. Ein Schnäppchen, das von Bus und Bahn nicht einmal ansatzweise getoppt werden konnte. Heute ist so ein Preis nicht mehr denkbar. Bereits im vergangenen Jahr ist das Fliegen spürbar teurer geworden.

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Dem Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) zufolge kosteten 2021 innereuropäische Flüge rund 22 Prozent mehr als 2019, während Reisende im interkontinentalen Verkehr durchschnittlich 3 Prozent mehr und auf Inlandsflügen gut 10 Prozent mehr Geld investieren mussten. 2022 werden die Flugpreise weiter steigen – auch wenn nach Angaben des Verbandes mit keinen „massiven Preissprüngen“ zu rechnen ist.

Steigende Nachfrage, geringes Angebot

Der bereits im vergangenen Jahr begonnene Anstieg hat unterschiedliche Gründe. Ein wichtiger Faktor: natürlich die Corona-Pandemie. „Die Fluggesellschaften mussten nach Ausbruch der Pandemie massiv Angebot rausnehmen, damit sie betriebswirtschaftlich nicht vor die Wand fahren. Und als dann die Nachfrage im touristischen Reiseverkehr wieder angezogen ist, musste der Verkehr erst einmal wieder nachziehen“, so BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow am Donnerstag. Eine starke Nachfrage treffe auf ein noch begrenztes Angebot. Das zeige sich dann am Ende auch in der Preisentwicklung.

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Außerdem ist der Wettbewerb zwischen den Fluggesellschaften durch die Corona-Pandemie gering. Weil ursprüngliche Kapazitäten noch nicht wieder erreicht wurden, aber auch weil Konkurrenten in Folge der Pandemie pleite gingen. „Wir müssen feststellen, dass die Anzahl der von Deutschland aus geflogenen Passagiere im Jahr 2021 mehr als zwei Drittel unter dem Niveau von 2019 lag“, sagte von Randow. Die verbliebenen Unternehmen stehen durch die Verluste der letzten Monate wirtschaftlich massiv unter Druck.

Klimaschutz sorgt 2022 zusätzlich für höhere Preise

Neben der Corona-Pandemie gibt es noch einen weiteren preistreibenden Faktor. Stichwort: Klimaschutz. „Wenn wir auf die neue Klimaschutzgesetzgebung schauen, wird diese natürlich zu einer Verteuerung des Luftverkehrs beitragen“, so Randow im Rahmen der Pressekonferenz.

Dies sei bei einer wettbewerbsneutralen Ausgestaltung, was derzeit nicht der Fall sei, „auch okay“. Das müsse sich dann eben aber auch in den Preisen widerspiegeln. Wie die Preisentwicklung der Flugtickets in diesem Jahr genau verlaufen wird, kann der Hauptgeschäftsführer aber noch nicht sagen. Dazu müsse man einen „Blick in die Glaskugel werfen“.

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Das sagen die Airlines

Auch die Stellungnahme der Lufthansa auf Anfrage des RedaktionsNetzwerks Deutschland bringt diesbezüglich keine Klarheit. Die Lufthansa möchte sich zum Thema Flugpreise 2022 „mit Blick auf den Wettbewerb und die Jahrespressekonferenz“ nicht äußern, wie Pressesprecher Jörg Waber knapp mitteilt.

Die Reaktion von Easyjet ist ein wenig ausführlicher. „Wir sind immer bestrebt, wettbewerbsfähig zu sein, attraktive Preise und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten, und wir würden die Preise niemals künstlich erhöhen, auch nicht im Vorfeld von Haupturlaubszeiten“, sagt Pressesprecherin Anita Carstensen. Die Ticketpreise seien nachfrageorientiert. Das heißt, je mehr Plätze auf einem Flug gebucht werden, desto höher wird der Preis, sodass die Tarife bei niedrigen Preisen beginnen und ansteigen, je näher das Abflugdatum rückt. Wer also früh bucht, kommt auch im Jahr 2022 an günstige Tickets.

Einzig die Billigfliegergruppe Ryanair mit den Töchtern Lauda Europe, Buzz und Malta Air bezieht klar Stellung. Wie DACH-Sprecher Andreas Gruber gegenüber der „Kronen Zeitung“ mitteilt, werden die Preise dieses Jahr im Vergleich zum Vorjahr steigen. Zumindest bei Flügen, die vom Flughafen Wien aus starten. Einer der Gründe dafür sei, dass andere Fluglinien die Kapazitäten gesenkt hätten, sodass das Angebot voraussichtlich um etwa 25 Prozent zurückgehen dürfte.

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