Wasserspringen

Absprung: Saskia Oettinghaus wechselt nach Dresden

Saskia Oettinghaus, hier beim Training in der Neptunschwimmhalle, wechselt nach Dresden.

Saskia Oettinghaus, hier beim Training in der Neptunschwimmhalle, wechselt nach Dresden.

Rostock. Den richtigen Absprung zu treffen. Saskia Oettinghaus hat es Tausende Male probiert. Sie ist Wasserspringerin. Ihr großes Ziel: die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2020 in Tokio.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Nun hat sie ihren bislang größten Sprung vollzogen – von Rostock nach Dresden. Die 20 Jahre alte Athletin des WSC Rostock wechselt in die Elbmetropole. „Ich habe lange überlegt“, sagt die deutsche Vizemeisterin von 2017 und kam zu der Erkenntnis: „So werde ich meinen großen Traum nicht in die Realität umsetzen können.“

Hintergrund: In Rostock war sie die Älteste in der zehnköpfigen Trainingsgruppe von Michail Sachiasvili. „Es war keine Entscheidung gegen meinen Trainer, sondern eine Entscheidung für mich. Wir waren ein gutes Team, aber manchmal ist es auch Zeit für Veränderungen“, meint Oettinghaus.

Sachiasvili ist enttäuscht, weil er nicht durch seinen Schützling, sondern über Dritte vom bevorstehenden Wechsel erfahren habe. Oettinghaus war 2014 in die Trainingsgruppe des gebürtigen Georgiers gestoßen. Ein Jahr später feierte sie zusammen mit Louisa Stawczynski (Dresden) bei den Europaspielen in Baku mit Synchron-Gold ihren ersten internationalen Erfolg.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Am Rande des diesjährigen Springertags (14. bis 17. Februar) machte die 1,67 Meter große Athletin den Wechsel nach Dresden perfekt. In der sächsischen Metropole trainiert sie bei Boris Rozenberg, der mit ­Tina Punzel (23, Europameisterin und Olympia-Teilnehmerin von 2016) Deutschlands Top-Athletin betreut. Rozenberg sei aufs Kunstspringen der Damen spezialisiert, meint Oettinghaus. Sie sei glücklich, dass sie sich zu dem Schritt entschieden hat. „Ich glaube, dass ich dort besser aufgehoben bin. Bis Tokio sind es noch knapp anderthalb Jahre. Da kann ich noch etwas verändern.“

Bundestrainer Lutz Buschkow (61) traut Saskia Oettinghaus einen weiteren Leistungssprung zu. „Die Möglichkeiten und Rahmenbedingungen in Dresden sind ja nicht schlechter als in Rostock“, sagt er. Jeder Kaderathlet könne an einem der fünf deutschen Bundesstützpunkte (Rostock, Dresden, Berlin, Halle, Leipzig) trainieren. „Von daher ist das ihre private Entscheidung.“

Mit viel Glück und der tatkräftigen Unterstützung ihrer Mutter sei sie bei der Wohnungssuche fündig geworden, erzählt die gebürtige Rostockerin. Am Freitag bekommt sie die Schlüssel für ihre eigenen vier Wände.

Nur die Frage, wo sie ihr Studium für Sportwissenschaften fortsetzen wird, ist noch ungeklärt. An der TU Dresden wird dieses Fach nicht angeboten. „Bis zum Sommersemester bin ich in Rostock eingeschrieben. Danach sehe ich weiter. Zunächst steht der Sport im Vordergrund“, sagt Saskia Oettinghaus.

Sportlich wird es für sie vom 11. bis 16. März ernst. Bundestrainer Lutz Buschkow lädt zu einem Auswahllehrgang nach Berlin ein. „Das ist ein Überprüfungs-Wettkampf. Da hat jeder noch mal eine Chance“, sagt Buschkow, der im Anschluss die Tickets für die weiteren Grand-Prix-Stationen Anfang, Mitte April in Calgary (Kanada) und Mission Viejo (USA) vergeben wird.

Stefan Ehlers

Mehr aus Sport regional

 
 
 
 
 
Anzeige
Empfohlener redaktioneller Inhalt

An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Outbrain UK Ltd, der den Artikel ergänzt. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen.

 

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Letzte Meldungen