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Warum Festivals für MV so wichtig sind

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Zuschauer feiern beim Elektro-Festival ,,Airbeat One". FOTO: JENS BÜTTNER

Rostock. Störtebeker, die Schlossfestspiele Schwerin, das Piraten Open Air, das Umweltfotofestival oder auch Immergut oder Fusion - die Bandbreite an Festivals in Mecklenburg-Vorpommern ist groß. „Die Aufzählung kann man gar nicht enden lassen", betont Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Landestourismusverbands. In Vor-Corona-Jahren seien rund eine Million Besucher bei den großen Festivals und Konzerten gewesen. 

Die Kulturveranstaltungen seien wichtig für das Land, für das Ansehen von MV und für den Tourismus und würden die Marke ,,Urlaubsland MV" mitprägen. „Die Gäste lassen sich nicht nur von unserer schönen Natur anziehen. Da gehört mehr dazu - auch Kunst, Kultur und Festivals." Das sei in den vergangenen beiden Jahren einmal mehr bewusst geworden. ,,Wir haben die Veranstaltungen zum Teil schmerzlich vermisst und gemerkt, dass Tourismus ohne Kultur deutlich weniger wert ist", sagt der Tourismusbeauftragte des Landes.

Auch Peter Kranz, Chef des Landesmarketings, weiß, wie wichtig die Festivals sind. „Man kann die Bedeutung der Festivals als Orte des Miteinanders, des Kennenlernens und Kommunizierens für Mecklenburg-Vorpommern gar nicht hoch genug schätzen", betont er. ,,MV ist ,Land zum Leben'. Und zum Leben gehört natürlich auch das Gemeinsame das Feiern, das Genießen. Das ist ein großer Schwerpunkt."

In der Landesvermarktung gehe es darum, zu zeigen, was MV ausmacht. ,,MV ist jung, hat kreative Ideen und ist offen für Menschen aus aller Welt, die hier eine gute Zeit haben wollen. Das kommunizieren wir auch über die Festivals."

Und diese seien weit über Landes- und Bundesgrenzen hinaus bekannt. ,,Die Festspiele MV sind inzwischen das drittgrößte Klassik-Festival in Deutschland, die Airbeat One hat weltweit einen Status, weil die größten Produzenten und DJs der Welt dort auftreten. Die Störtebeker-Festspiele strahlen in den Ostseeraum hinein, weil sie eine Geschichte erzählen, die die Menschen im Ostseeraum verbindet."

Hinzu käme das große landschaftliche Potenzial. ,,Die Fusion in Lärz findet mitten im Grünen statt. Die Festspiele MV finden in den schönsten Regionen des Landes statt, immer verbunden mit der Natur oder ganz besonderen Stätten, die die Menschen anziehen: Vom Gutshaus bis zur Fabrikhalle - da ist so viel Potenzial, das für das Land spricht." Hinzu kämen strandnahe Festivals an der Küste. ,,Diese ganze Bandbreite ist möglich. Es gibt ideenreiche Veranstalter, die dieses Potenzial erkennen und als Chance sehen, damit auch einen wirtschaftlichen Wert zu erzeugen."

Tobias Woitendorf sieht in den Festivals auch eine Chance für die eher kleineren Veranstaltungsorte. „Wer würde Wacken kennen, wenn es dort kein Festival gäbe?", fragt er. „Natürlich ist das eine Möglichkeit, bekannter zu werden. "Diese Chance bestehe für die gesamte Region - wenn man in den Events eine Chance sieht und kein Risiko. ,,Wenn man nach den positiven und bereichernden Faktoren sucht, blickt man da schon ganz anders drauf, als wenn man nach Dingen sucht, über die man sich beschweren kann."

Die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Großveranstaltungen sei auch eine Investition in die Zukunft. „Diese Besucher sind uns wichtig, wir wollen die Begegnung, wollen sie willkommen heißen", so Woitendorf. Dazu gehöre auch, dass man akzeptiere, dass an solchen Wochenenden dann auch mal die Straßen, die Supermärkte voller sind. Wir haben natürlich Erfahrungen mit Spitzen in der Nachfrage. Aber ganz vermeiden können wird man das nicht."

Wichtig sei, dass auch die Veranstalter die Anwohner mit ins Boot holen - Angebote für Anwohner schaffen. „Die Veranstalter müssen Notiz nehmen von dem Ort und dürfen nicht wie Raumschiffe auf dem Gelände landen."

Für Lars Schwarz, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands MV, profitieren auch die Hotels von den Festivalbesuchern - selbst wenn diese auf dem Veranstaltungsgelände campen. ,,Der ein oder andere bleibt dann noch länger im Land - oder lernt MV als Option für zukünftige Reisen kennen", sagt er. ,,Selbst wenn man nicht sofort ins Geschäft kommt - wenn wir uns als gastfreundliches Land präsentieren, wird sich das auszahlen." Katharina Ahlers