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Wirtschaftsmagazin

VNW-Studie: Deutliches Ost-Westgefälle bei Müll- und Wassergebühren in Mecklenburg-Vorpommern

Unternehmen sehen jedoch keine Spielräume für Investitionen

VNW-Studie: Deutliches Ost-Westgefälle bei Müll- und Wassergebühren in Mecklenburg-Vorpommern Bildunterschrift anzeigen Bildunterschrift anzeigen

Eine aktuelle Studie zeigt, dass MieterInnen im Osten von MV deutlich höhere Gebühren zahlen als jene im Westen der Region. Foto: Satzungen

In Mecklenburg-Vorpommern müssen Mieterinnen und Mieter im Osten des Landes deutlich höhere Gebühren für Hausmüll sowie Trink- und Abwasser bezahlen als in den westlichen Landesteilen. Das geht aus einer Untersuchung des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) hervor. Als Vergleichsräume wurden die Landkreise sowie die Hansestadt Rostock und die Landeshauptstadt Schwerin betrachtet. „Der Studie zufolge gibt es bei allen Gebühren ein deutliches Ost-West-Gefälle“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „In den westlichen Landkreisen werden die Mieterinnen und Mieter erheblich weniger zur Kasse gebeten als im Osten Mecklenburg-Vorpommerns. Das zieht sich wie ein roter Faden durch alle Ergebnisse. Dafür mag es Gründe geben, aber diese müssen offengelegt werden. Zum Kassieren gehört auch volle Transparenz!“ Beim Hausmüll müssen im Landkreis Ludwigslust/Parchim für eine 100 Liter Tonne bei einer wöchentlichen Leerung jährlich 1184,04 Euro bezahlt werden. Im Landkreis Vorpommern-Rügen fallen dagegen 3016,29 Euro an. Den niedrigsten Wert meldet Rostock mit 919,88 Euro.Wohnungswirtschaft nicht kritisch genugDas könnte aber damit zu tun haben, dass es hier viele Großsiedlungen gibt, die geographisch nah beieinander liegen. Das ermöglicht kürzere Wege und eine effizientere Tourenplanung für Müllfahrzeuge.

Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen: „Öffentliche Hand ist der Preistreiber“

"Was wir jetzt brauchen und im Interesse der Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler auch einfordern, ist volle Transparenz."

Andreas Breitner VNW-Direktor

Auch beim Gesamtentgelt für Trink- und Abwasser liegen die drei östlichen Landkreise deutlich vor dem Westteil des Landes. Im Landkreis Vorpommern-Rügen liegt der Median bei 5,16 Euro pro Kubikmeter, im Landkreis Nordwestmecklenburg bei 3,94 Euro. „Die unterschiedliche geographische Lage, die Infrastruktur, die Bevölkerung und die Größe sowie Zusammensetzung der Wohnungsbestände machen einen Vergleich der Landkreise sicher schwierig“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Dennoch werfen die teils erheblichen Unterschiede Fragen zum Beispiel zur Kalkulation von Personal- und Sachkosten auf. Die Wohnungswirtschaft stellt weder die Notwendigkeit noch die Höhe von Gebühren grundsätzlich in Frage. Es fällt aber auf, dass in der öffentlichen Debatte ständig über zu hohe Mieten geklagt wird, die Preisentwicklung bei den Gebühren jedoch kaum eine Rolle spielt. Dabei entwickeln sich die Wohnnebenkosten längst zu einer zweiten Miete. Zwischen 2018 und 2020 stiegen im Landkreis Vorpommern-Rügen die Müllgebühren um 14,7 Prozent und im Landkreis Nordwestmecklenburg um 10,7 Prozent.

Öffentliche Hand als Preistreiber

In den meisten Landkreisen lagen die Gebührensteigerungen deutlich oberhalb der allgemeinen Preissteigerungsrate. Hier ist die öffentliche Hand der Preistreiber, was aber von Politikerinnen und Politiker beflissentlich übersehen wird. Was wir jetzt brauchen und im Interesse der Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler auch einfordern, ist volle Transparenz. Bei der Diskussion über die richtige Wohnungspolitik im Land dürfen die Gebühren für Müll, Trink- und Abwasser nicht außen vor bleiben. Die im VNW-organisierten Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften tun alles, den Menschen trotz dramatischer Steigerungen bei den Baukosten und den Grundstückspreisen bezahlbaren Wohnraum anzubieten. All diese Anstrengungen bringen aber wenig, wenn der Staat am Ende bei den Gebühren zulangt.“ ots

IHK-Konjunkturumfrage Frühsommer: Erste Lichtstreifen am Horizont

Unternehmen sehen jedoch keine Spielräume für Investitionen

Die gewerbliche Wirtschaft im Bezirk der IHK zu Rostock leidet weiterhin stark unter den Auswirkungen der Coronapandemie. Die Unternehmen blicken zwar wieder etwas hoffnungsvoller in die nähere Zukunft als noch zu Jahresbeginn, die aktuelle Geschäftslage der Betriebe jedoch stellt sich als anhaltend sehr schwierig dar. Die Unternehmen sehen kaum Spielräume für Investitionen und fokussieren sich hierbei auf die Erhaltung ihrer Betriebsmittel, genauso wie auf die Sicherung qualifizierter Mitarbeiter im Unternehmen – der Beschäftigungsaufbau muss daher zwangsläufig zurückstehen. Aufgrund des etwas positiveren Ausblicks der Umfrageteilnehmer verbessert sich der IHK-Geschäftsklimaindex um neun auf 98 Punkte. Er liegt damit weiterhin deutlich unter dem langjährigen Mittelwert von 113 Punkten. Zu diesen Resultaten führt die Auswertung der Antworten von über 160 Unternehmen im Rahmen der Konjunkturumfrage der IHK zu Rostock von Ende April bis Anfang Mai 2021.

Ein Viertel der Befragten optimistisch

Im Frühsommer halten sich positive und negative Einschätzungen der eigenen wirtschaftlichen Situation bei den Umfrageteilnehmern die Waage: 34 Prozent kommen zu einem guten Urteil und 35 Prozent konstatieren eine schlechte Lage. In der Vorumfrage zu Jahresbeginn überwogen die positiven Rückmeldungen noch leicht.

Leichter Aufwärtstrend bei den Aufträgen

Die Fortschritte bei der Pandemiebekämpfung und optimistischere konjunkturelle Impulse können jedoch eine Trendwende bei den Geschäftserwartungen ausgelöst haben. Überwogen zu Jahresbeginn die pessimistischen Geschäftsaussichten die positiven Prognosen noch fast um das Dreifache, blicken aktuell jeweils ein Viertel der Umfrageteilnehmer optimistisch bzw. pessimistisch auf die geschäftliche Entwicklung in den kommenden Monaten. Auch bei den Auftragsbeständen zeichnet sich im Vergleich zum Januar ein leichter Aufwärtstrend ab. Zwei Drittel der Unternehmen sprechen bereits wieder von wenigstens saisonüblichen Auftragsbeständen.

Mehr Infos: Den kompletten aktuellen Konjunkturbericht zum Frühsommer sowie die dazugehörigen Grafiken finden Sie in Kürze auf www.rostock.ihk24.de.

Hintergrundinformationen

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 396 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 750 000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen.

Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 6,04 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.