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WOHN(T)RÄUME

Der Wohnungsmarkt geht unsicheren

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Die seit Jahresbeginn steigenden Zinsen machen es Baufamilien nicht leichter, ihren Traum zu erfüllen. Foto: LBS

Der neue LBS-Immobilienpreisspiegel 2022 liegt vor: Preise für Wohneigentum steigen auf Rekordhöhe,

Einen solchen Preisanstieg wie zuletzt haben die der Immobilienvermittler Landesbausparkassen und Sparkassen noch nie beobachtet: Gebrauchte Einfamilienhäuser etwa verteuerten sich 2020 und 2021 im Durchschnitt um zehn Prozent pro Jahr. Nach Einschätzung der für die aktuelle Broschüre ,,Markt für Wohnimmobilien 2022" befragten Fachleute der Landesbausparkassen und Sparkassen ist auch 2022 keine Entspannung in Sicht. Ob Haus, Wohnung oder Bauland-die Marktkenner erwarteten zum Zeitpunkt der diesjährigen Befragung in allen Segmenten einen noch stärkeren Preisdruck als in jeder Befragung zuvor.

Doch selten in der jüngeren Vergangenheit, nicht einmal in den beiden zurückliegenden Pandemie-Jahren, waren die Zeiten in Deutschland so unsicher wie in diesem Jahr. Seit dem 24. Februar 2022, als Russland seinen Angriff auf die Ukraine begonnen hat, herrscht wieder Krieg in Europa. In Kombination mit Chinas repressiver Bekämpfung des Corona-Virus führt dies auch zu weiteren tiefen ökonomischen Einschnitten. Die Lieferketten sind abermals gerissen, es herrscht in allen Bereichen Knappheit, die Energiepreise explodieren. In der Folge sind die Verbraucherpreise in Deutschland 2022 so stark steigen, wie seit den 1970er Jahren nicht mehr: Die Bundesbank rechnet mit einer Inflation von etwa acht Prozent. Die Europäische Zentralbank hat im Frühjahr als Gegenmaßnahme angekündigt, die Leitzinsen in mehreren Schritten anzuheben. Die Erhöhung der Leitzinsen um 0,75 auf 1,25 Punkte Anfang September ist die höchste seit vielen Jahren. Die Bauzinsen sind nach dieser Erhöhung und in Erwartung weiterer Zinsschritte in die Höhe geschossen.


Zu nahe am Wasser gebaut?

Durch den Klimawandel drohen künftig häufiger Extremwetterlagen - die Flutkatastrophe 2021 kostet über 29 Milliarden Euro. Viele Bürger sind nun sensibilisiert: Drei Viertel zeigten sich bei einer Umfrage der BHW Bausparkasse unzufrieden mit Vorsorgemaßnahmen der Baupolitik gegen Hochwasser.

Beim Hochwasserschutz sind die Kommunen die erste Anlaufstelle. Dort erfahren Hausbesitzer, ob ihre Immobilie gefährdet ist. Genaue Daten werden je nach Bundesland in Hochwasserkarten erfasst.

Für Eigentümer ist der Abschluss einer Elementarversicherung dringend angeraten. Nur rund 46 Prozent der Gebäude hierzulande sind gegen Naturgefahren versichert, oft unzureichend. Hausbesitzer sollten ihre Versicherungsverträge daher prüfen und auch baulich nachrüsten. Rückstauklappen, Absperrschieber oder Abwasserhebeanlagen verhindern, dass schmutzige Fluten ins Haus drücken. bhw

Zeiten entgegen

aber die ZINSWENDE wird die Preisentwicklung dämpfen

Im Zusammenspiel von Preisen, Zinsen und Einkommensentwicklung sind Immobilien in Deutschland weniger erschwinglich geworden, in den Städten fast unerschwinglich. Dies dämpft die Nachfrage der privaten Wohnungskäufer. Doch das Angebot an Wohnungen wird infolge des Material- und Fachkräftemangels weiter knapp bleiben. Deshalb erscheint vorläufig eine Beruhigung der Immobilienpreise unter den aktuellen Vorzeichen wahrscheinlicher als ein substanzieller Rückgang.

Ist der Traum von den eigenen vier Wänden damit auf absehbare Zeit geplatzt? Dass das zu viel Pessimismus wäre, zeigt nicht zuletzt die Befragung der Immobilienvermittler. Sie erleben in ihrem Geschäft tagtäglich: Wo ein Wille ist, ist oft auch ein Weg. Einer der am häufigsten beschrittenen ist es, einen höheren Kredit aufzunehmen. Damit beißen die Käufer zwar in einen sauren Apfel, unverändert sorgfältige Bonitätsprüfung durch die Kreditinstitute bewahren sie jedoch vor Leichtsinn. Zu den weiteren, oft genutzten Möglichkeiten, den Wunsch nach Eigentum doch noch in die Tat umzusetzen, gehört die Verlagerung der Suche in günstigere Regionen und das Erbringen von mehr Eigenleistung. Auch Abstriche an Wohnfläche und Ausstattung sind an der Tagesordnung.

Dass zudem mehr Eigenkapital gebraucht wird, steht auf einem anderen Blatt. Nach Erfahrung der Immobilienvermittler geben in vielen Fällen die Eltern einen Zuschuss oder es wird ein (vorgezogenes) Erbe in die Finanzierung eingebracht. Häufig wird eine vorhandene Immobilie verkauft oder beliehen, hin und wieder auch schlicht der Kauf verschoben, um länger sparen zu können.

Allein: Diese Zeit hat nicht jede Familie. Ein größeres Heim wird zumeist spätestens dann dringend benötigt, wenn die Kinder in die Schule kommen. Passende Mietwohnungen sind rar. Deshalb ist es in Zeiten wie diesen so wichtig, dass Wohneigentum gefördert wird-und dass diese Unterstützung vor allem am mangelnden Eigenkapital ansetzt.

MARKT FÜR WOHNIMMOBILIEN 2022

Broschüre kostenlos zu bestellen bei:
LBS-Versandservice
Stichwort: ,,Immobilienmarkt 2022"
Werner-von-Siemens-Straße 13
53340 Meckenheim
Die Broschüre als Download: https://www.lbs-markt-fuer-wohnimmobilien.de/bestellen/

Aktuelle Immobilienpreise (Auszug)

Preise von/bis - der meist genannte Betrag in Klammern

Neubaumarkt

Baugrundstücke in Euro/m²
Rostock, 300 bis 800 (500)
Greifswald, 110 bis 220 (170)
Güstrow, 90 bis 130 (120)
Schwerin, 150 bis 230 (190)

Reiheneigenheime in 1000 Euro
Rostock, 350 bis 450 (400)
Greifswald, 300 bis 330 (330)
Güstrow, 240 bis 320 (260)
Schwerin, 380 bis 430 (400)

Eigentumswohnungen in Euro/m² Wohnfläche
Rostock, 4500 bis 6000 (5000)
Greifswald, 3450 bis 4000 (3650)
Güstrow, 2200 bis 3000 (2600)
Schwerin, 3900 bis 4600 (4100) 

Gebrauchtwohnungsmarkt

Eigenheime in 1000 Euro
Rostock, 350 bis 700 (500)
Greifswald, 230 bis 450 (340)
Güstrow, 220 bis 400 (340)
Schwerin, 180 bis 500 (295)

Reiheneigenheime in 1000 Euro
Rostock, 300 bis 500 (425)
Greifswald, 250 bis 390 (335)
Güstrow, 220 bis 350 (260) 

Schwerin, 200 bis 300 (260)

Eigentumswohnungen in Euro/m² Wohnfläche
Rostock, 2000 bis 4000 (3000) 
Greifswald, 1970 bis 3450 (2610)
Güstrow,1200 bis 1600 (1300)
Schwerin, 1800 bis 3250 (2300)