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Schutz bei Blitz und Donner

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Ein Blitzeinschlag kann teuer werden. Typische Blitzschäden sind zum Beispiel zerstörte Dachflächen sowie Überspannungsschäden an Steckdosen, Computern oder Telefonanlagen. Foto: stock.adobe.com/joerg dirmeitis

Das nächste Gewitter kommt bestimmt - EXPERTEN INFORMIEREN über Blitzableiter und Überspannungsschutz

Statistisch gesehen ist die Gefahr, dass ein Blitz in ein Haus einschlägt, relativ gering. Daher ist ein äußeres Blitzschutzsystem nur für bestimmte Gebäude vorgeschrieben. Doch wenn ein Haus vom Blitz getroffen wird, können die Folgen fatal sein. Und teuer. Denn die Häuser sind technisch immer besser und umfangreicher ausgestattet, Schäden sind daher um so kostspieliger. Ob sich ein Blitzableiter lohnt, wissen die Arag-Experten.

Blitzschutz versus Überspannungsschutz

Während es beim Blitzschutz um den äußeren Schutz des Gebäudes vor Blitzeinschlägen geht, soll der Überspannungsschutz in Steckdosen elektrische Geräte und sensible Technik vor Überspannungen bei einem Blitzschlag schützen.

So oft hat es geblitzt

Knapp 400 000 Blitzeinschläge gab es laut Blitzatlas 2020 in Deutschland, gut 20 Prozent mehr als im Jahr davor. Hamburg war zwar das Bundesland mit den meisten Blitzeinschlägen, doch Blitzhauptstadt ist Wolfsburg. Im vergangenen Jahr gab es dort 5,8 Einschläge pro Quadratkilometer - mehr als in jeder anderen Stadt. Blitzreichster Tag 2020 war der 13. Juni. Die Zahl der Blitzschäden lag dabei laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bei gut 200 000.

So teuer waren die Blitzeinschläge

Rund 260 Millionen Euro wurden im Jahr 2021 für Blitz- und Überspannungsschäden gezahlt. Das waren zehn Millionen mehr als im Vorjahr. Der Schadensdurchschnitt war mit knapp 1300 Euro pro Blitzschaden so hoch wie nie seit 1998.

Blitzschutz - Pflicht oder Kür?

Blitzableiter sind nur in Ausnahmen Pflicht: Für Gebäude über 20 Meter Höhe, für öffentliche Gebäude, in denen sich viele Menschen aufhalten, für Häuser, die auf einer Bergkuppe freistehend gebaut sind, oder für Häuser, die mit Stroh, Holz oder Reet gedeckt sind. Ein Überspannungsschutz ist seit 2018 bei Neubauten für neue oder aktualisierte elektronische Anlagen Pflicht. Typische Blitzschäden wie zum Beispielzerstörte Dachflächen, Türen oder Fenster sowie Überspannungsschäden wie etwa verschmorte Steckdosen, defekte Computer oder Telefonanlagen können mit einem vom Fachmann installierten Blitzschutz verhindert werden. Je teurer Hausausstattung und Technik sind, desto eher lohnt sich ein Blitzableiter, dessen Installation einige Tausend Euro kosten kann.

Sind Blitzeinschläge versichert?

Bei Schäden an Dach oder Mauerwerk übernimmt die Wohngebäudeversicherung Schäden durch Blitzeinschläge. Allerdings weisen die Experten darauf hin, dass es Verträge gibt, in denen der Versicherungsschutz abhängig davon ist, ob das Gebäude über einen Blitzableiter verfügt. Blitz- oder Überspannungsschäden an beweglichem Eigentum wie Computer, Telefonanlage oder Fernseher - übernimmt in der Regel die Hausratversicherung. Aber auch hier lohnt sich ein Blick in die Versicherungsbedingungen, denn gerade die Überspannungsschäden sind nicht immer mit abgedeckt. Wer besonders teure elektrische Geräte besitzt oder beispielsweise in einem Smarthome mit aufwendig vernetzter Technik wohnt, sollte nach Auskunft der Experten darauf achten, dass die Deckungssumme im Schadensfall hoch genug ist.

Häuser ohne Blitzschutz

In Häusern ohne Blitzschutz sollten elektrische Geräte ausgeschaltet oder noch besser vom Strom genommen werden, da sie leicht kaputt gehen. Wer sicher gehen und seine Geräte dennoch weiter nutzen möchte, kann einen Überspannungsschutz direkt am Stecker installieren. Mobile Elektroteile wie das Telefon können auch ohne diese Sicherung in Betrieb bleiben. Man sollte jedoch nicht vergessen, dass neben dem Mobilteil noch eine Telefonbasis oder ein Router existieren, die wiederum direkt mit dem Strom verbunden und somit gefährdet sind. dpa